Über 50 Kryptowährungen an der Börse handelbar

Das Angebot von Kryptowährungen ist mit mehr als 18.000 Coins unübersichtlich und nur wenige Projekte haben eine relevante Größe vorzuweisen. Doch bei regem Handelsinteresse nutzen ETP- und Zertifikate-Emittenten die Chance, börsennotierte Krypto-Produkte auf diese Digitalwährungen aufzusetzen. Diese können dann aus jedem normalen Wertpapierdepot heraus gehandelt werden.

Die Börse Düsseldorf und Quotrix bieten unverändert die größte Auswahl unter allen Handelsplätzen in Deutschland. Ende 2017 gab es das erste börsengehandelte Krypto-Produkt auf den Bitcoin; Ende 2022 waren es 106 Produkte auf 25 verschiedene Kryptowährungen, woraufhin sich das Angebot im September 2024 auf 144 Produkte und 41 Coins erweiterte. Im Oktober 2026 umfasst das Angebot inzwischen 172 Produkte auf 52 Coins von 21 Emittenten – die Anzahl der Kryptowährungen nimmt weiter zu.

Neuzugänge wie Lighter und Artificial Superintelligence Alliance vom Emittenten 21shares sind wohl für viele klassische Anleger weitgehend unbekannt: Nach Marktkapitalisierung platzieren sich die unter LIT und FET abgekürzten Coins jedoch unter den Top 150 mit einer Marktkapitalisierung von 674 Millionen bzw. 398 Millionen Euro. Zum Vergleich: Der Bitcoin auf Platz 1 kommt derzeit auf über 1,46 Billionen Euro, gefolgt von Ethereum mit über 260 Milliarden Euro (Datenstand vom 19.10.2026).

Wer sich – ähnlich bei einem Aktien-ETF – gleich mehrere Digitalwährungen gebündelt in einem Papier ins Depot legen möchte, kann dies bequem über sogenannte Baskets machen. Von diesen „gemischten Körben“ sind derzeit 28 Produkte börsengelistet.

Detaillierte Informationen zu den einzelnen ETPs bzw. Zertifikaten bieten die Internetseiten der Emittenten. Um bei der Kursliste börsennotierter Krypto-Produkte den Überblick zu erleichtern, wurden zusätzliche Ansichten nach Coins und nach Emittenten hinzugefügt.

Kauf und Verkauf erfolgt als normales Wertpapiergeschäft über das bestehende Depot bei Bank, Sparkasse oder Online-Broker. So erhalten Investoren auch die komfortablen Erträgnis- und Jahressteueraufstellungen. Krypto-Puristen werfen an dieser Stelle gerne ein, dass nur ein direktes halten der „Keys“ einen steuerfreien Gewinn nach mehr als einem Jahr Haltezeit ermögliche. Die Praxis zeigt aber, dass die oft volatilen Krypto-Coins vielfach eher kurzfristig gehalten werden, um eben von den Kursschwankungen zu profitieren. In diesem Fall sind aber 25% Abgeltungssteuer plus Solidaritätszuschlag und ggf. Kirchensteuer für viele Anleger günstiger, als der persönliche Steuersatz.

Wichtig beim Thema Krypto-Währungen und -Produkte bleibt der nebenstehende Risikohinweis und eine umfassende Finanzberatung.

Risikohinweis
Beim direkten oder indirekten Handel mit Kryptowährungen können Anleger erhebliche Verluste bis hin zum Totalausfall erleiden. Aufgrund von hoher Volatilität und möglicher Illiquidität von Kryptowerten entstehen nochmals besondere Risiken, die berücksichtigt werden müssen. (Siehe auch BaFin-Verbraucherwarnung vom 13.01.2021)
Zudem besteht systemisch über die Nachbildung in Schuldverschreibungen bzw. Zertifikate ein Kontrahentenrisiko.