Wie könnte es an den Kapitalmärkten weitergehen?

Union Investment, der Fondspartner der Hannoverschen Volksbank eG, ist für die zweite Jahreshälfte 2026 insgesamt konstruktiv gestimmt. Als Grundlage für diese Einschätzung stehen fünf Thesen.
Die Märkte bleiben trotz des Irankonflikts resilient: Die wechselnde Situation um die Straße von Hormus belasteten die Energiemärkte, doch die fehlenden Lieferungen konnten durch höhere Produktion in Amerika und Freigabe strategischer Lagerbestände teilweise ausgeglichen werden. Unser Fondspartner erwartet, dass der Nahostkonflikt gelöst werden dürfte, bevor das Angebot kritisch knapp wird. Das derzeit ausgehandelte Rahmenabkommen könnte das geopolitische Risiko deutlich senken.
Notenbanken agieren vorsichtiger – EZB hebt moderat die Zinsen: Kurzfristige Inflationserwartungen steigen durch den Energiepreisanstieg, langfristig werden sie aus heutiger Sicht als stabil eingeschätzt. Die Europäische Zentralbank (EZB) erhöhte im Juni vorsorglich den Leitzins, ein weiterer Schritt ist möglich. Die US-Notenbank Fed bleibt vorerst zurückhaltend und könnte im Winter 2026/2027 Leitzinsen senken. Für Anlegerinnen und Anleger besteht bei langlaufenden Staatsanleihen ein erhöhtes Risiko von Kursverlusten. Aus heutiger Sicht erscheinen mittlere Laufzeiten häufig attraktiver, abhängig von Risikoprofil und Anlagezielen des jeweiligen Anlegers oder der jeweiligen Anlegerin.
Wachsende Relevanz von Unternehmensanleihen: Unternehmensanleihen mit guter Bonität (Investment Grade) gewinnen laut Union Investment wegen der steigenden Staatsverschuldung weltweit an Bedeutung und könnten derzeit eine interessante Komponente in verzinslichen Depots sein. Sie unterliegen jedoch wie alle Anleihen Kurs- und Bonitätsrisiken. Die Fondsgesellschaft bevorzugt sie gegenüber Staatsanleihen. Besonders interessant seien Papiere aus der Euro-Peripherie gegenüber deutschen Staatsanleihen, diese Papiere gehen jedoch mit höheren Ausfall- und Schwankungsrisiken einher. Neben einer angemessenen Streuung der Laufzeiten ist es bei Anleihen aus Sicht von Union Investment besonders wichtig, gezielt passende Emittenten und Wertpapiere auszuwählen.
KI als zentraler Treiber – Auswahl entscheidet: Künstliche Intelligenz (KI) prägt weiterhin die globalen Aktienmärkte, so Union Investment. Die Investitionen in Datencenter seien in der ersten Jahreshälfte 2026 stärker als erwartet gestiegen. Unternehmensgewinne wuchsen vielerorts, allerdings auf einem hohen Bewertungsniveau. US-Aktien dürften auch im zweiten Halbjahr attraktiv bleiben. In Europa sollten Unternehmen mit starker Marktstellung und Preissetzungsmacht interessant bleiben, so auch ausgewählte asiatische Schwellenländertitel im KI-Bereich.
In Szenarien denken, diversifizieren, selektiv agieren: Das zweite Halbjahr 2026 könnte aus heutiger Sicht interessante Chancen bieten, ist aber zugleich mit Markt- und geopolitischen Risiken verbunden. Aber es verlangt auch Disziplin von den Anlegerinnen und Anlegern. Daher ist es für Union Investment umso wichtiger, geopolitische Faktoren genau zu beobachten und in Szenarien zu denken. Eine gezielte Auswahl und eine breite Streuung über unterschiedliche Anlageklassen und Regionen sind keine Selbstverständlichkeit, sondern eine bewusste, aktive Entscheidung.
Wer diese Prinzipien konsequent beachtet, etwa über breit aufgestellte Investmentfonds, dürfte mit seinen Investitionen für die zweite Jahreshälfte 2026 gut positioniert sein. Gleichwohl sollten Anlegerinnen und Anleger das Risiko marktbedingter Kursschwankungen sowie das Ertragsrisiko beachten. Die Hannoversche Volksbank eG berät Sie gerne zu entsprechenden Geldanlagen.

Newsletter vom 08. Juli 2026
Thomas Scholz – Filialdirektor und Leiter WP-Beratung
Hannoversche Volksbank eG
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Irankrieg belastet Wachstum 2026

Europa spürt derzeit die Folgen geopolitischer Krisen und erhöhter Energiepreise. Union Investment erwartet jedoch keine Rezession in der Eurozone wegen der Energiepreise. Die deutsche Wirtschaft dürfte 2026 um 0,8 Prozent wachsen, die der Eurozone um 0,7 Prozent. In den USA wird wegen der Energieautonomie und dem Trend zur künstlichen Intelligenz ein Wachstum von 2,3 Prozent prognostiziert.