Sicht auf den Rohstoffsektor

Bei Rohstoffen dürfte sich das uneinheitliche Bild 2026 fortsetzen. Der Ölpreis sollte im zweiten Halbjahr an Fahrt aufnehmen und Industriemetalle dürften zyklischen Rückenwind erhalten. Bei Edelmetallen sollten die Preise dagegen eher nachgeben, erwartet Union Investment, der Fondspartner der Hannoverschen Volksbank.
Im Ölmarkt übersteigt das Angebot die Nachfrage angesichts der OPEC-Produktionserhöhungen und einer verhaltenen Konjunktur erheblich, was zu einem massiven Aufbau an Lagerbeständen geführt hat. Derzeit dürften die politischen Entwicklungen in Venezuela, Russland/ Ukraine sowie Iran die Marktteilnehmer auf Trab halten. Union Investment erwartet ein Preistief bei Öl im ersten Quartal 2026, bevor eine Erholung im zweiten Halbjahr einsetzen könnte.
Der Edelmetallsektor erscheint derzeit außer Rand und Band, konstatiert Union Investment. Investoren klammerten sich aufgrund der aktuellen Weltlage an den vermeintlich einzigen „stabilen Zufluchtsort“. Dies möge zwar für Gold gelten, aber nicht für die industrienahen Edelmetalle wie Silber, Platin und Palladium. Nach Rekordständen Ende Januar kam es im gesamten Sektor zu einer heftigen Korrektur von denen Letztere besonders betroffen waren. Die Euphoriewelle der letzten Monate ist damit eindeutig gebrochen. Mittelfristig dürfte es gerade im Industriebereich weiter zu Anpassungsreaktionen durch Nachfragesubstitution kommen. Perspektivisch sieht der Fondspartner der Hannoverschen Volksbank für den Sektor daher immer noch etwas Abwärtspotenzial, wobei die Chancen zwischen Gold und den anderen Edelmetallen wieder gleich verteilt sind.
Industriemetalle legten am Jahresende 2025 noch mal deutlich zu und profitierten dabei von einem gewissen „Hoarding“-Effekt*: Physische und spekulative Marktteilnehmer setzten wegen der geopolitischen Unsicherheit auf steigende Kurse, stellt die Fondsgesellschaft fest. Perspektivisch besitze Kupfer die besten fundamentalen Aussichten, weil es in zahlreichen Produkten zur Anwendung komme und unabdingbar für das Gelingen der Energiewende sei. Unterstützt werde der Preis durch Produktionsausfälle in Indonesien und Chile. Insgesamt sieht die Lage bei Industriemetallen unterschiedlich aus. Die absoluten Preisaussichten bleiben begrenzt, solange die globale Konjunkturentwicklung sich nicht deutlich aufhellt. Wer sich für Rohstoffe als Anlageklasse interessiert: Die Hannoversche Volksbank informiert gerne zu passenden Geldanlagen.
- Der „Hoarding“-Effekt bezeichnet das Anhäufen von Gütern, um sich gegen Unsicherheiten abzusichern, was jedoch paradoxerweise oft die Knappheit und die Unsicherheit noch verschärft.

Newsletter vom 11. Februar 2026
Thomas Scholz – Filialdirektor und Leiter WP-Beratung
Hannoversche Volksbank eG
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Ölnachfrage nimmt im zweiten Halbjahr an Fahrt auf*
