Politik schielt auf Kapitaleinkünfte

Die guten Nachrichten für die Aktienkultur sind gerade mal vier Wochen alt: Das DAI bezifferte für 2025 die Anzahl direkten und indirekten Aktienbesitzenden in Deutschland auf 14,1 Millionen. So viele wie noch nie und eine Steigerung um rund 2 Millionen zum Vorjahr. Die Notwendigkeit zur privaten Altersvorsorge scheint nicht nur angekommen zu sein, sondern wird auch in die Tat umgesetzt. Übrigens insbesondere in der jungen Altersgruppe zwischen 14 und 39 Jahren.

Wie kann man diese Initiative der Eigenverantwortung torpedieren? Richtig: mit Forderungen aus den politischen Lagern! So stellt die SPD im neuen Grundsatzprogramm fest, dass „vor allem die Arbeitseinkommen die Last unseres Gesundheits- und Pflegesystems“ tragen, was doch „ungerecht“ sei. Ein ähnlicher Vorstoß kam im Januar 2025 vom Grünen-Kanzlerkandidaten Robert Habeck. Reflexartig laufen Aktionärsvertreter und Wirtschaftspolitiker der Union Sturm gegen die Idee von Sozialabgaben auf Dividenden und Mieteinnahmen. Die Argumentation von bereits (mehrfach) besteuerten Kapital können wir uns hier sparen. Aber der gierige Blick des chronisch klammen Staats auf die durch temporären Konsumverzicht privat aufgebauten Vermögen der vorsorgenden Bevölkerung bleibt ein Aufreger. Dazu eine kaum beachtete Zahl aus den öffentlich einsehbaren Steuereinnahmen für das Kalenderjahr 2025: Die Abgeltungsteuer auf Zins- und Veräußerungserträge stieg letztes Jahr um fast 5,53 Mrd. Euro (+28,7%) auf 25,8 Mrd. Euro. Das ist, was über dem persönlichen Freibetrag von 1.000 Euro je Sparer beim Staat abgegeben wurde. Gern geschehen.

An den Märkten ist nach der Hektik wieder etwas Ruhe eingekehrt: Der Dow Jones notiert erstmals über 50.000 Punkten während der S&P 500 die 7.000er-Marke nur einmal kurz getestet hat. Beim DAX gab es im Februar bisher nur einen Schlusskurs über den psychologisch wichtigen 25.000, wobei sich aus charttechnischer Sicht die 24.600 als Unterstützung bzw. Widerstand zeigen. Der Zeitweise auf 60.200 USD abgerutschte Bitcoin scheint sich 10 Prozent höher gefangen zu haben, während sich Gold bei über 5.000 USD und Silber oberhalb von 80 USD je Feinunze einzupendeln scheinen.

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Newsletter vom 11. Februar 2026

Thomas Strelow, Börse Düsseldorf

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