Mega-IPOs saugen Kapital ab
Ende nächster Woche steht der viel besprochene IPO von SpaceX an. Obwohl nur ca. 5 Prozent der Aktien an die Börse kommen, sind die Dimensionen schwindelerregend: Mindestens 75 Milliarden Dollar frisches Geld fließt dem Unternehmen zu und es wird eine Marktkapitalisierung von bis zu 2.000 Milliarden erwartet. Hauptaktionär Elon Musk wird wohl zum ersten Billionär der Geschichte und weil die Zulassungsregeln für S&P 500 und Nasdaq gelockert werden, wird das Unternehmen zumindest indirekt über ETFs schnell in den Depots der meisten Investoren vertreten sein.
Dabei ist das namensgebende Weltraumgeschäft seit der umstrittenen Zusammenlegung mit xAI im Februar nicht mehr Hauptkern des Unternehmens, sondern das das Thema Künstliche Intelligenz und Data Center. Und hierzu ist es nicht der einzige anstehende Mega-IPO in diesem Jahr. Auch die KI-Überflieger OpenAI (ChatGPT) Antropic (Claude) streben 2026 an die Börse. Zusammen kommen beide auf eine ähnliche Marktbewertung wie SpaceX und wollen nochmal rund 150 Milliarden Dollar oder mehr platzieren.
Von wo das neu zu investierende Kapital kommen soll, beschäftigt zur Zeit die Märkte. Die Dimension ist vergleichbar mit der Welle von Börsengängen ab Ende der 1990er Jahre – verteilt auf deutlich weniger Unternehmen. Sichtbare Mittelabflüsse sind bei den amerikanischen Bitcoin-ETFs zu beobachten: Die immer noch führende Digitalwährung notiert aktuell knapp unter 67.000 Dollar und damit 47 Prozent unter dem Rekordhoch vom letzten Oktober. Auch Gold und Silber haben in den letzten Monaten auffällig korrigiert. Vom AI-Hype getrieben bleiben die amerikanischen Börsen eng an ihren Höchstständen, während der DAX weiter im Kampf um die 25.000 Punkte gefangen bleibt. Mal sehen, wo der Kapitalmarkt-Staubsauer noch vorbei kommt.


Newsletter vom 3. Juni 2026
Thomas Strelow, Börse Düsseldorf
