Iran-Krieg sorgt für Unsicherheit und volatile Märkte

Der Angriffskrieg gegen den Iran befindet sich bereits in der dritten Woche und ein Ende ist nicht in Sicht. Im Gegenteil: Der regionale Konflikt entwickelt sich zunehmend zu einem unkontrollierbaren Flächenbrand im Nahen Osten. Zudem ist die wichtige Straße von Hormus für die meisten Schiffe blockiert. Die Öl- und Gaspreise sind bereits explodiert und haben weiter Potenzial nach oben, Experten halten sogar einen Anstieg auf 150 Dollar/Barrel Rohöl für möglich. Das wäre eine Verdoppelung innerhalb weniger Wochen mit verheerenden Folgen für die Weltwirtschaft. Insbesondere Deutschland und Europa, aber auch Öl-/Gasimporteure wie Japan und Südkorea würden die Leidtragenden sein. Wenn nicht eine Rezession, so droht mindestens Stagflation und last, not least könnten die führenden Notenbanken noch in diesem Jahr wieder mit Zinsanhebungen reagieren, um die Inflation zu bekämpfen. Erste Signale in diese Richtung könnten heute Abend nach der Fed-Sitzung und Donnerstagnachmittag von der EZB kommen.

Bei den Spritpreisen ist ein Ergebnis des Krieges bereits bei uns angekommen. Und ähnlich wie 2022, als der Ölpreis (Brent) aufgrund des Krieges in der Ukraine bis auf 130 US-Dollar emporschnellte, zeigen sich Politiker kopflos und holen die gleichen Ideen aus der Mottenkiste, mit denen sie sich bereits vor vier Jahren profilieren wollten. Stichworte wie Übergewinnsteuer, totale Preistransparenz und Abzocke der Ölkonzerne werden zurzeit gerne in den Mund genommen.

Dabei wird aber leider ausgeblendet, wer am meisten von den hohen Sprit- und Energiepreisen profitiert! Das ist der Staat selber, denn jeder Cent mehr an der Zapfsäule spült zusätzliche Steuer-Milliarden in die chronisch leere Kasse. Laut einer Berechnung des ADAC von Anfang März lag der Steuer- und Abgabenanteil auf Benzin (E10) bei 58 Prozent. Der Rohölpreis (Brent) in Euro ist kriegsbedingt seit Ende Februar um rund 45 Prozent gestiegen, der Preis für Benzin E10 im gleichen Zeitraum um lediglich 17 Prozent. Wo bitte schön ist das Problem?

Ein Blick in unsere EU-Nachbarländer Polen und Tschechien zeigt deutlich, dass es auch anders geht. In Polen ist das Benzin bis zu 70 Cent pro Liter günstiger zu haben. Und anstatt an der Steuerschraube mal nach unten zu drehen, um Verbraucher zu entlasten, reagiert unser Staat lieber mit Regulierung und Markteingriffen sowie Grenzkontrollen, um Spritsparer zu kriminalisieren und zur Kasse zu bitten.

Einen interessanten Einwurf zu Energieaktien und der Kompetenz unserer Politiker in aktueller Lage liefert Dr. Christoph Bruns von der LOYS AG in seiner aktuellen Kolumne. Der DAX zeigt in der unsicheren Lage aktuell eher kleine Handelsspannen und notiert weiter unterhalb von 24.000 Punkten.

Ihr Martin Braun, Börse Hannover

Zum Newsletter anmelden
Newsletter vom 18. März 2026

Martin Braun, Börse Hannover