Es lebe die Vielfalt

Das GoingPublic-Magazin zeigt in seiner ersten Jahresausgabe vom März 2026 die Entwicklung der Listings an der Börse Düsseldorf, insbesondere im allgemeinen Freiverkehr und dem Düsseldorfer Qualitätssegment Primärmarkt.

Im Magazin der GoingPublic Media AG berichtet Oliver Vollbrecht in seinem Artikel „Es lebe die Vielfalt“ über die Entwicklung der Listings an der Börse Düsseldorf. Er beschreibt die Aktivitäten in Bezug auf sogenannte Primär- oder auch Neulistings im Jahr 2025 als insgesamt positiv, hebt jedoch zugleich strukturelle Schwächen und einen unsicheren Ausblick für 2026 hervor.

Im vergangenen Jahr konnte die Börse bereits zum dritten Mal in Folge einen Anstieg der Neulistings verzeichnen: Insgesamt 14 Unternehmen wurden neu aufgenommen. Besonders betont wird dabei die große Vielfalt der Geschäftsmodelle, die von Industrie- und Technologieunternehmen bis hin zu Pharma- und Beteiligungsgesellschaften reicht. Diese Diversität steigert die Attraktivität des Börsenplatzes, da Investoren von breiteren Diversifikationsmöglichkeiten profitieren.

Auffällig ist zudem die heterogene Herkunft der Emittenten. Einige Unternehmen wechselten von anderen Börsenplätzen wie Berlin oder Hamburg nach Düsseldorf, während andere gezielt den allgemeinen Freiverkehr oder das Primärmarktsegment nutzten, um im Vergleich zum Regulierten Markt von geringeren regulatorischen Anforderungen zu profitieren. Auch internationale Gesellschaften fanden ihren Weg an den Rhein. Klassische Börsengänge standen dabei nicht immer im Vordergrund; stattdessen wurden vermehrt alternative Wege an den Kapitalmarkt genutzt, etwa Listings ohne öffentliches Angebot.

Ein besonderes Merkmal des Düsseldorfer Marktes ist die vergleichsweise häufige Nutzung von Mantelgesellschaften, also börsennotierten Hüllen ohne operatives Geschäft, die später durch Übernahmen oder Einbringungen „gefüllt“ werden. Diese Konstruktionen ermöglichen einen schnellen Zugang zum Kapitalmarkt, sind jedoch für Investoren mit Unsicherheiten verbunden. Als prägnantes Beispiel für innovative, aber komplexe Strukturen nennt Vollbrecht die SPARTA Invest AG, die über eine Verschmelzung und die Ausschüttung einer Sachdividende den Weg an die Börse fand. Solche Modelle zeigen die Flexibilität des Marktes, erhöhen jedoch zugleich die Komplexität für Anleger.

Charakteristisch für viele der gelisteten Unternehmen ist ihre geringe Größe. Zahlreiche Neuzugänge bewegen sich im Bereich von Micro- oder Nano-Caps, teilweise mit Marktkapitalisierungen von unter einer Million Euro. Dies führt zu einer oft sehr niedrigen Handelsliquidität, sodass ein kontinuierlicher Börsenhandel nicht immer gewährleistet ist. Gleichzeitig ist die Informationslage zu vielen dieser Unternehmen begrenzt, was die Bewertung zusätzlich erschwert und das Risiko für Investoren erhöht.

Insgesamt bewertet der Artikel das Jahr 2025 als erfolgreich hinsichtlich der Anzahl und Vielfalt der Listings, sieht aber klare Einschränkungen in der Marktqualität. Für das Jahr 2026 fällt der Ausblick deutlich verhaltener aus. Wirtschaftliche und politische Unsicherheiten sowie eine kritischere Haltung der Investoren gegenüber Geschäftsmodellen dürften den Markt belasten. Zudem hat bislang kein Unternehmen den Schritt in den regulierten Markt gewagt. Vor diesem Hintergrund erscheint eine Fortsetzung des Wachstumstrends bei den Neulistings fraglich, sodass für 2026 eher mit einer schwierigeren Entwicklung gerechnet wird.