17. November 2021 13:00 Uhr

Globale Konjunktur

Carsten Mumm - Chefvolkswirt und
Leiter der Kapitalmarktanalyse
Privatbank Donner & Reuschel

Weltweit hat die Wachstumsdynamik im dritten Quartal deutlich nachgelassen. So verzeichnete China im Vergleich zum Vorquartal nur noch ein Wirtschaftswachstum in Höhe von 0,2 Prozent. Die US-Wirtschaft legte um ca. 0,5 Prozent zu, während Deutschland 1,8 Prozent vermeldete. In den anderen großen Volkswirtschaften der Eurozone fiel das Wachstum teilweise deutlich höher aus - so zum Beispiel Frankreich mit drei Prozent, Italien mit 2,6 Prozent oder Spanien mit zwei Prozent - wodurch die Eurozone insgesamt noch um 2,2 Prozent zulegte.

Für das vierte Quartal ist in Deutschland allerdings mit einer gesamtwirtschaftlichen Stagnation, also in etwa einem Nullwachstum zu rechnen. Darauf deuten jüngste Umfragen unter Unternehmen hin, bspw. der ifo-Geschäftsklimaindex. Hintergrund sind vor allem die anhaltenden Engpässe bei diversen Vorprodukten, Transportkapazitäten und Rohstoffen, die es der Industrie und zunehmend auch Unternehmen aus den Bereichen Handel und Dienstleistungen nicht ermöglichen die hohe Nachfrage zu bedienen. Dabei stiegen die Auftragseingänge für das Verarbeitende Gewerbe in Deutschland - getrieben durch einige Großaufträge für den Maschinenbau aus dem außereuropäischen Ausland - im September um 1,3 Prozent. Das ifo-Institut schätzt den durch Lieferengpässe verursachten Verlust an Bruttowertschöpfung im Verarbeitenden Gewerbe in Deutschland auf 38 Mrd. Euro.

Im Zusammenhang mit der im Oktober erneut deutlich auf 4,5 Prozent gestiegenen Inflation in Deutschland befinden wir uns hierzulande derzeit tatsächlich in einem stagflationsähnlichen Szenario. Im Vergleich zu langanhaltenden Stagflationsphasen der 70`er-Jahre besteht der entscheidende Unterschied jedoch in der in vielen Volkswirtschaften niedrigen Arbeitslosenquote. Die aktuelle wirtschaftliche Schwächephase ist auf Produktionsprobleme zurückzuführen, aber kein Ausdruck einer allgemeinen Nachfrageschwäche. Grundsätzlich ist davon auszugehen, dass die Weltwirtschaft im Laufe des ersten Halbjahres 2022 den dynamischen Nach-Corona-Wachstumspfad mit überdurchschnittlichen Wachstumsraten wieder aufnehmen kann. Dem liegt die Annahme zugrunde, dass sich die angespannte Situation der globalen Lieferketten, konkret v.a. die Staus in vielen großen Containerhäfen, in den kommenden Monaten sukzessive entspannen wird.

Zum Jahresende 2021 wird die globale Konjunktur vor allem von der schon im vierten Quartal wieder an Fahrt aufnehmenden US-Wirtschaft gestützt, worauf sowohl die steigende Zuversicht von Unternehmen als auch die zuletzt positive Entwicklung am Arbeitsmarkt hindeuten. Angesichts der in den USA sehr hohen Inflationsdynamik (6,2 Prozent im Oktober) wird die Notenbank Fed schon im November mit der Reduktion der Wertpapierkaufvolumina (Tapering) beginnen - ein Schritt, der von der Europäischen Zentralbank EZB frühestens ab April zu erwarten ist.

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