04. August 2021 13:00 Uhr

Schnäppchenjäger können lauern!

Carsten Brömstrup - Chefanalyst
Oldenburgische Landesbank AG


Inmitten der Berichtssaison zum 2. Quartal 2021 gilt es, nicht den Überblick zu verlieren. Doch es sieht gut aus. Sowohl die Gewinne als auch die Umsätze fielen bisher extrem positiv aus. In den USA wurde der Umsatz zum Vorjahr, gemessen an den Unternehmen des S&P 500 Index, um 27 Prozent gesteigert, die Gewinne konnten nahezu verdoppelt werden (Quelle: Bloomberg). Für Europa erwarten wir nicht minder gute Zahlen. Zu beachten ist natürlich die Vergleichsbasis, denn vor einem Jahr ließ Corona die Wirtschaft einbrechen. Doch was bringt uns nun die nähere Zukunft? Wir lesen von Impfmüdigkeit gerade auch in den USA, einer bereits angelaufenen 4. Corona-Welle, von stark steigender Inflation und Materialknappheit bei wichtigen Vorleistungsgütern wie Metallen oder Chips. Und ja, diese Mangellage wird uns noch weit ins Jahr 2022 tragen. Der Gipfel der Wachstumsdynamik scheint daher erreicht. Hierzulande beschäftigt uns die Bundestagswahl, dessen Protagonisten von Pech und Pannen begleitet werden. Wie schrieb das Handelsblatt so schön: „Das personelle Angebot wirkt nicht überzeugend.“

Per Saldo ist es also möglich, dass sich der zähe Seitwärtstrend seit April weiter ins 3. Quartal bis Ende September schiebt, wobei eine erhöhte Volatilität auch zu temporär niedrigeren Kursen führen könnte. Dies passt auch gut in den saisonalen Verlauf der Börsenhistorie (siehe Grafik). So waren hier am Beispiel des DAX vor allem die Monate August und September immer wieder Konsolidierungsmonate, bevor es dann im 4. Quartal oftmals zu einer Jahresendrally kam.  
 
Da wir bis Jahresende 2021 für Aktien optimistisch bleiben und beim DAX mit Kursen oberhalb von 16.000 Punkten rechnen, besteht u. E. in den nächsten Wochen also die Kunst darin, Schnäppchen zu jagen oder wie der Angelsachse zu sagen pflegt: „Buy the dips“ (Kaufe die Rückschläge).

Warum rechnen wir damit? Erstens rechnen wir „nur“ mit einer Wachstumsverlangsamung, nicht mit einem Einbruch. Die Auftragsbücher sind pickepacke voll und werden nun eben später abgearbeitet. Dies verhindert sogar eine weitere Überhitzung und hält die Zinsen unter Kontrolle. Hinzu kommt, dass einige Rohstoffpreise bereits fallen. Bauholz in den USA und Eisenerz aus China gaben bereits kräftig nach und dürften Druck von der Inflation nehmen, obschon wir auf nachgelagerte, ansteigende US-Löhne und Mieten achten müssen. Zudem hat sich die hohe Bewertung der Aktienmärkte abgebaut. Obwohl die Gewinne stark gestiegen sind, sind die Kurse allenfalls leicht angezogen. Letztendlich wird aber die Liquidität immer wieder für neue Aktienkäufe sorgen und dass erst recht, wenn im 4. Quartal 2021 die Zinsen leicht anfangen sollten zu steigen. Denn dann dürfte zusätzliches Kapital aus den bisher überraschend gut laufenden Rentenmärkten in die Aktien (zurück)fließen. Cash lagert ohnehin reichlich auf den Konten, zumal selbst Fondsmanager zuletzt Liquiditätsbestände aufgebaut haben.

Antizyklisch in Schwächephasen zu kaufen ist sicherlich die Königsklasse der Geldanlage, denn häufig spielen uns die Nerven und eine erhöhte Volatilität ein Schnippchen. Und es ist auch kein Selbstgänger wie uns einige Kurseinbrüche bei Einzelwerten in den letzten Tagen aufzeigten. Eine mögliche Vorgehensweise könnte aber darin bestehen, in Werte zu investieren, die eine ausgeprägte Preissetzungsmacht besitzen. Steigende Rohstoffpreise oder höhere Löhne können Unternehmen dazu zwingen, Kostensteigerungen an ihre Kunden weiterzugeben. Diese Preissetzungsmacht ist u. E. kurz- bis mittelfristig entscheidend, um volatile Zeiten gut zu überstehen. Diese Unternehmen sollten ihre Margen und Gewinne aufrechterhalten oder gar verbessern können. Als ein gutes Beispiel sind die großen Luxushersteller aus Frankreich zu nennen. Nicht umsonst schlägt der französische Leitindex CAC den deutschen DAX in diesem Jahr klar und deutlich. Andere Beispiele sind die präferierten Impfstoffhersteller oder der technologieaffine skandinavische Aktienmarkt. Es müssen also nicht immer US-Technologie- oder deutsche Dividendenwerte sein! Negativbeispiele sind derzeit chinesische Titel, deren (Preisgestaltungs-)Spielräume von Staatswegen reguliert werden. Sind das bereits Schnäppchen? Vielleicht kann ein chinesisches Sprichwort helfen, das besagt: „Wer nur an Sonnentagen wandert, kommt nie ans Ziel.“

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