03. Februar 2021 13:00 Uhr

Industrie profitiert von China-Nachfrage und trotzt Corona

Carsten Mumm - Chefvolkswirt und
Leiter der Kapitalmarktanalyse
Privatbank Donner & Reuschel

Die Entwicklungen rund um die Corona-Pandemie haben zuletzt auch an den Kapitalmärkten für Ernüchterung gesorgt. Vor allem in Europa führen die vielfach verlängerten und teils verschärften Shutdown-Maßnahmen zu anhaltend negativen Geschäftserwartungen in den besonders betroffenen Dienstleistungsbereichen. Davon getrieben sank zuletzt auch der ifo-Geschäftsklimaindex in den Bereichen Dienstleistungen und Handel besonders stark. In diesen Segmenten dürfte aufgrund der Länge der Restriktionen die Anzahl der Insolvenzen im weiteren Jahresverlauf noch deutlicher zunehmen, obwohl staatliche Stützungsmaßnahmen die drohende Insolvenzwelle nach wie vor abmildern und zeitlich strecken.

Auch die Konsumentenstimmung leidet unter den anhaltenden Restriktionen. So brach der GfK-Konsumklimaindex für Deutschland zuletzt von ohnehin niedrigen Niveaus noch einmal deutlich ein. Insbesondere die Anschaffungsneigung fiel fast auf den Wert vom Frühjahr 2020 zurück. Als Gründe werden wieder steigende Sorgen um Einkommens- oder gar Jobverluste in den kommenden Monaten genannt. Passend dazu sank im Januar auch das ifo-Beschäftigungsbarometer. Die Mehrheit der befragten Unternehmen plant, ihre Mitarbeiteranzahl zu verkleinern. Davon nicht betroffen sind die Güter des täglichen Bedarfs und der Online-Handel, dessen coronabedingte Sonderkonjunktur vorerst weiterlaufen wird.

Weiterhin sehr positiv hingegen sind die Geschäftserwartungen im Verarbeitenden Gewerbe. Vor allem die exportorientierte Industrie profitiert von einer wieder dynamisch wachsenden chinesischen Volkswirtschaft und der resultierenden hohen Exportnachfrage. Vor diesem Hintergrund ist es unter wirtschaftlichen Gesichtspunkten besonders wichtig, dass kurzfristig die Grenzen für Pendler und Warentransporte sowie die Fabrikhallen geöffnet bleiben. Sollten erneut wie im Frühjahr Lieferketten reißen oder die industrielle Produktion zurückgefahren werden müssen, wären die derzeitigen volkswirtschaftlichen Projektionen für den weiteren Jahresverlauf nicht mehr haltbar.

Die aktuellen Verzögerungen der Impfkampagnen verändern die Erwartung einer ab Frühjahr startenden dynamischen wirtschaftlichen Erholung bisher kaum. Wichtig ist allerdings, dass die Impfungen soweit fortschreiten, dass im Herbst 2021 ein mit dem Herbst 2020 vergleichbarer wirtschaftlicher Rückschlag durch erneut notwendige breite Shutdown-Maßnahmen vermieden werden kann.

Auch ein wirtschaftlicher Rückschlag Chinas durch großflächig notwendige coronabedingte Restriktionen und damit ein Einbruch der Exportnachfrage hätten massiv negative Auswirkungen auf viele Volkswirtschaften weltweit. Insofern bleibt zu hoffen, dass es in China weiterhin gelingt, einzelne Corona-Ausbruchsherde auf die betroffenen Regionen zu begrenzen.

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