23. September 2020 13:00 Uhr

Die Erholung der Weltwirtschaft läuft bisher besser als erwartet

Carsten Mumm - Chefvolkswirt und
Leiter der Kapitalmarktanalyse
Privatbank Donner & Reuschel

Kürzlich veröffentlichte die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) aktualisierte Konjunkturprognosen. Demzufolge wird der Einbruch des globalen Bruttoinlandsproduktes (BIP) in 2020 mit 4,5 Prozent immer noch heftig, aber 1,5 Prozentpunkte geringer als noch im Juni erwartet, ausfallen. Die Prognose für das kommende Jahr wurde nur leicht auf 5,0 Prozent nach unten korrigiert.

Allerdings ergeben sich erhebliche Unterschiede bzgl. der Wachstumsperspektiven verschiedener Staaten und Regionen. Die chinesische Volkswirtschaft konnte sich bisher am schnellsten vom wirtschaftlichen Einbruch erholen, mittlerweile schon wieder das Vorkrisenniveau erreichen und könnte in diesem Jahr sogar ein Wachstum in Höhe von knapp 2 Prozent erreichen. Demgegenüber werden sowohl die USA mit -3,8 Prozent als auch Deutschland mit -5,4 Prozent ein negatives Jahreswirtschaftswachstum aufweisen. Die Erwartungen für die gesamte Eurozone liegen aufgrund der tieferen Rezession in einigen Teilnehmerstaaten, etwa in Frankreich und Spanien, mit -7,9 Prozent noch tiefer. Auch einzelne Schwellenländer werden heftiger vom wirtschaftlichen Einbruch betroffen sein, etwa Indien und Mexiko mit einem erwarteten BIP-Minus in Höhe von jeweils -10,2 Prozent.

Fast allen Volkswirtschaften steht jedoch im kommenden Jahr eine dynamische Erholung in Aussicht. Die OECD-Experten weisen allerdings darauf hin, dass sich die Geschwindigkeit der wirtschaftlichen Erholung in den kommenden Monaten verlangsamen wird. Einerseits dürfte der private Konsum angesichts anhaltender Sorgen vieler Menschen vor Einkommens- oder Arbeitsplatzverlusten noch länger verhalten bleiben. Zudem werden nicht alle Branchen gleichförmig den Wachstumspfad wieder erreichen, denn nach wie vor leiden bspw. die Sektoren Reisen oder Veranstaltungen unter bestehenden oder zuletzt teilweise sogar wieder verschärften Kontakt- und Kapazitätsbeschränkungen. Generell bleiben die Konjunkturprognosen mit einer vergleichsweise hohen Unsicherheit behaftet, da sie wesentlich vom kaum berechenbaren weiteren Verlauf der Corona-Pandemie und ggf. resultierenden erneuten Shutdown-Maßnahmen beeinflusst werden.

Die verbesserten realwirtschaftlichen Perspektiven wurden an den internationalen Aktienbörsen offensichtlich schon zur Genüge eingepreist. Zumindest können leicht erhöhte volkswirtschaftliche Erwartungen derzeit keine nennenswerten positiven Impulse setzen. Damit werden auch in den kommenden Monaten vor allem die weltweiten fiskal- und geldpolitischen Unterstützungsmaßnahmen Beachtung finden. Diese sollten - so die OECD - weiterhin expansiv ausgerichtet bleiben, um die noch fragile konjunkturelle Entwicklung zu unterstützen.

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