29. Juli 2020 13:00 Uhr

Europa kann liefern, wenn es will!

Christoph Siebecke - Leiter Anlagestrategie & Kapitalmarktanalyse
Oldenburgische Landesbank AG


Jetzt ist es amtlich, die europäische Union wird ein gigantisches Hilfspaket von 750 Mrd. Euro bereitstellen, um die Folgen des Wirtschaftseinbruches abzufedern, welcher durch das Coronavirus ausgelöst wurde.

Dies ist die größte Summe, die die EU jemals in ihrer Geschichte bereitgestellt hat. Für diese Summe könnte man rechnerisch jedem EU-Bürger ein neues iPhone 11 pro, inklusive 240 € Prepaid Guthaben, zur Verfügung stellen. Tatsächlich wird das Geld aber in zwei Tranchen vergeben, 390 Mrd. Euro sollen als Zuschüsse und 360 Mrd. Euro als zinsgünstige Kredite verteilt werden. 1/3 der Gelder sind dafür reserviert, Technologien zu fördern, welche den Klimawandel bremsen, die übrigen Mittel können die jeweiligen Länder nach mehr oder weniger eigenem Ermessen zur Stimulierung ihrer Wirtschaft einsetzen. Gestritten wurde in erster Linie über die Höhe der Zuschüsse, die südlichen Länder hätten gerne einen noch höheren Zuschuss herausgeholt. Die Zustimmung der Nord-Länder wurde letztendlich durch einen Rabatt zum jährlichen EU-Haushalt in Höhe von 50 Mrd. Euro über die kommenden sieben Jahre herbeigeführt. Kanzlerin Merkel darf daher den Kompromiss als absoluten Erfolg für sich verbuchen, fiel die Einigung doch in die deutsche Ratspräsidentschaft. Dabei schien eine Einigung durchaus unsicher, da in solchen Fragen eine einstimmige Entscheidung nötig ist.

In Großbritannien wird man sich nun wieder einmal fragen müssen, ob ein Austritt aus der EU wirklich sinnvoll sein kann. Die Briten werden zumindest kein Geld aus diesem Topf erhalten, dabei hätte die britische Wirtschaft es bitter nötig, ist die Insel doch ebenfalls hart von der Corona Pandemie getroffen. Ganz besonders prekär ist die Lage im britischen Gesundheitswesen, welche sich nach einem EU-Austritt sicherlich nicht verbessern wird, im Gegenteil, der bestehende Fachkräftemangel dürfte sich weiter verschärfen.

Die europäischen Börsen reagierten jedenfalls positiv auf die Einigung. Es zeigt sich mittlerweile auch, dass die Verbreitung des Virus deutlich reduziert werden konnte. Die europäischen Länder zeigen durchweg sinkende Zahlen, auch die jüngsten Lockerungsmaßnahmen haben bislang nicht zu einer zweiten Welle geführt. Auch zeigen die ökonomischen Daten, dass die Wirtschaft in Europa wieder expandiert. Will man diese Expansion unterstützen, müssen die Hilfsgelder jetzt fließen und hier haben die europäischen Regierungen bewiesen, dass es geht wenn man will.    

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