24. Juni 2020 14:00 Uhr

Lohnt sich nachhaltiges Investieren?

Sönke Niefünd - Direktor
Merck Finck Privatbankiers AG


Nachhaltiges Investieren hat sich fest etabliert. Die Prinzipien für nachhaltiges Investieren der Vereinten Nationen (United Nation’s Principles of Responsible Investment, UN PRI) wurden von gut 2.300 Anlegern unterzeichnet, die gemeinsam über 85 Billionen US-Dollar verwalten. Das Thema ist auf der Tagesordnung der Regulierer insbesondere in der EU allgegenwärtig. Immer mehr Privatanleger sind bestrebt, ihr Vermögen mit ihren Werten und ihrem gewählten Lebensstil in Einklang zu bringen, um ein erfüllteres Leben zu schaffen.

„Die Covid-19-Pandemie, eine weltweite Rezession und Aktienmarktverluste haben das nachhaltige Investieren auf den Prüfstand gestellt – zum heutigen Stand kann man sagen, der Test wurde mit Bravour bestanden“, so Sönke Niefünd Leiter der Vermögensverwaltung Nachhaltigkeit Deutschland der Privatbank Merck Finck. „Wir sehen auch bei unseren Kunden eine verstärkte Nachfrage.“

ANLAGERENDITEN
Nachhaltiges Investieren ist eine Anlagephilosophie. Hierbei wird davon ausgegangen, dass Umwelt-, Sozial- und Governance-Gesichtspunkte (environmental, social, governance, ESG) die Anlagerenditen beeinflussen. Nachhaltige Anleger sind überzeugt, dass das Verständnis dieser Aspekte den Anlageentscheidungsprozess verbessert. Dieser Einschätzung schließt sich der Anlageexperte Niefünd von Merck Finck, gestützt auf Erkenntnisse aus Wissenschaft und Praxis, an.

Es gibt verschiedene und verbreitete Philosophien für nachhaltiges Investieren. Die gängigste ist der „Leader“-Ansatz. Hierbei möchten die Anleger Unternehmen identifizieren, die bei allen ESG-Punkten gut abschneiden. Sie erwarten, dass diese Unternehmen weniger häufig nachteiligen Ereignissen ausgesetzt sind, wie z. B. Bilanzskandalen, und sind überzeugt, dass Gesellschaften mit ganzheitlichem Geschäftsansatz über Faktoren wie z. B. stärkere Kundentreue, vorteilhafte regulatorische Behandlung und kollaborative Partner in Lieferketten höhere Cashflows erwirtschaften können.
Der am meisten beachtete Referenzindex für „Leader“-Aktien ist der MSCI ESG Leader Index. Seit seiner Auflegung vor mehr als zehn Jahren übertraf der Ansatz kontinuierlich traditionelle, nach Marktkapitalisierung gewichtete Indizes.

Manche „Leader“-Strategien bevorzugen unter Umständen aufgrund ihrer besseren ESG-Berichterstattung und -Informationen größere Firmen. „Leader“-Strategien können auch auf den Faktor „Qualität“ ausgerichtet sein, denn Unternehmen mit guter Steuerung von ESG-Risiken und -Chancen zeichnen sich tendenziell auch beim Cashflow-Management und durch einen effizienten Kapitaleinsatz aus. Dies kann „Leader“-Strategien zur idealen Wahl für turbulente Marktphasen machen. Seit Jahresanfang hat der MSCI ESG Leader ACWI Index sein traditionelles Pendant um mehr als 1,3 % übertroffen. Bemerkenswerterweise zeigt die Analyse der Rendite-Attribution, dass der größte Gewinnbringer der nach MSCI definierte ESG-Faktor ist und nicht die Ausrichtung auf Stil, Sektor oder Land. Das nachhaltige Investieren hat den Test bestanden!

BEDEUTUNG FÜR ANLEGER
Niefünd sieht, dass das Interesse von Privatkunden an nachhaltigen Investments in der Vermögensverwaltung in den vergangenen Jahren drastisch zugenommen hat, denn die Menschen möchten ihre Werte und ihren gewählten Lebensstil durch ihre Investments sichtbar machen. Investments sind ein unglaublich wirkungsvoller Kanal des persönlichen Ausdrucks. Nach Analysen von Nordea beispielsweise ist die Umschichtung der Rente eines Menschen in nachhaltige Fonds 27 Mal wirksamer bei der Verringerung seines persönlichen Fußabdrucks als erhebliche Änderungen des Lebensstils wie z. B. die Verringerung des Fleischkonsums und der Umstieg vom Auto auf den Zug.

Es kommt daher wenig überraschend, dass Strategien für nachhaltiges Investieren im vergangenen Jahrzehnt hohe Kapitalzuflüsse verzeichneten. Doch hielten die Anleger in der durch Covid-19 ausgelösten Rezession und der Baisse am Aktienmarkt an ihren Überzeugungen fest oder war das nachhaltige Investieren nur „schmückendes Beiwerk“ im Bullenmarkt?, fragt Niefünd. Für ihn sind die Beweise eindeutig. Während Anleger die Flucht ergriffen und mehr als 100 Milliarden US-Dollar aus aktiv verwalteten Aktienfonds abzogen, erlebten nachhaltige Fonds Kapitalzuflüsse auf Rekordniveau. Dies unterstreicht den strukturellen Reiz des nachhaltigen Investierens für Privatanleger und seine Attraktivität als Produktangebot für Anlage- und Vermögensverwalter. Das nachhaltige Investieren hat den Test bestanden, meint der Nachhaltigkeitsexperte Niefünd.

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