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11. März 2020 13:00 Uhr

Wie lange wird die Corona-Panik an den Kapitalmärkten anhalten?

Carsten Mumm - Chefvolkswirt und
Leiter der Kapitalmarktanalyse
Privatbank Donner & Reuschel

Die Verbreitung des Coronavirus trifft die Weltwirtschaft in einer Phase einer ohnehin schwächelnden Wachstumsdynamik. Einzelne Volkswirtschaften, wie bspw. Deutschland, befinden sich schon länger am Rande einer Rezession. Die noch am Jahresanfang bestandenen Hoffnungen auf eine anstehende konjunkturelle Stabilisierung sind zumindest mit Blick auf das erste Quartal 2020 nicht mehr haltbar. Vielmehr werden die realwirtschaftlichen Auswirkungen der Epidemie immer offensichtlicher.

Besonders gravierend ist, dass es sich gleichzeitig um einen Angebots- und Nachfrageschock handelt. Einerseits werden durch Stillstände in der Produktion von Vorleistungsgütern Lieferketten unterbrochen. Andererseits fehlt aufgrund der Quarantänemaßnahmen und massiv eingeschränkter Reisetätigkeiten ein großer Teil der Konsumnachfrage. Zudem sind parallel nahezu alle volkswirtschaftlichen Sektoren betroffen: Investitions- und Konsumgüterindustrie genauso wie Dienstleitungen und die Bauwirtschaft.

Als Blaupause für den Rest der Welt könnte die Situation in China dienen - unter der Annahme, dass sich die Stabilisierung sukzessive fortsetzt. Sobald die Anzahl der Neuinfektionen auch außerhalb Chinas zurückgeht, ist daher mit der Nachholung aufgeschobener Investitions- und teilweise auch Konsumentscheidungen zu rechnen. Aus heutiger Sicht spricht somit einiges dafür, dass im Laufe des zweiten oder dritten Quartals die Produktionsniveaus von Ende 2019 wieder erreicht werden können.

Allerdings dürfte es als Reaktion auf die Erfahrungen mit dem Coronavirus auch mittel- bis langfristige Konsequenzen geben. So werden die chinesische und ggf. auch andere Regierungen ihre Investitionen in das Gesundheitssystem wohl deutlich erhöhen, um in einem möglichen Wiederholungsfall keinen Zweifel an ihrer Handlungsbereitschaft und Vorsorgefähigkeit aufkommen zu lassen. Zudem werden sich global tätige Unternehmen im Nachgang genau überlegen, ob sie etwaige hohe Abhängigkeiten, z.B. bei Zulieferungen, von einzelnen Unternehmen und/oder Regionen nicht besser diversifizieren sollten. Solche strukturellen Anpassungen von Nachfrage sowie Produktionsprozessen bzw. Lieferketten bergen für einzelne Unternehmen große Chancen oder auch erhebliche Risiken.

Selbst wenn die Realwirtschaft und damit die Unternehmensgewinne noch einige Monate unter den Corona-bedingten Auswirkungen leiden, dürften die Aktienmärkte die folgende wirtschaftliche Erholung jedoch wie üblich zeitnah vorwegnehmen. Die aktuellen Niveaus oder gar in den kommenden Tagen weiter nachgebende Kurse bieten trotzdem eher Einstiegschancen, denn wesentliche marktstützende Parameter haben sich nicht verändert.

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