Börse Hamburg: Geplante Regulierung offener Immobilienfonds führte im Juli zu verstärkten Verkäufen

Hamburg, 10. August 2010

 
·         Regulierungspläne treiben Verkauf offener Immobilienfonds
·         Umsätze im Fondshandel gingen im Juli insgesamt leicht zurück
·         ETFs zählen zu den Gewinnern
 

Auch im Juli setzte sich der starke Umsatz bei offenen Immobilienfonds an der Börse Hamburg fort. Viele Anleger verkauften ihre Anteile. Insgesamt befanden sich unter den Top 10 nach Umsatz sieben offene Immobilienfonds. Spitzenreiter war der CS Euroreal (WKN: 980500), in dem fast 16,7 Mio. Euro umgesetzt wurden. Damit schuf er erneut eine große Distanz zum Zweitplatzierten nach Umsatz: Vom SEB ImmoInvest (WKN: 980230) wurden Anteile im Wert von 11,5 Mio. Euro gehandelt.

Mit den Verkäufen reagierten die Anleger auf die jetzt konkret gewordenen Pläne des Bundesministeriums der Finanzen zur Regulierung offener Immobilienfonds. „Im Moment sieht es so aus, als ob sämtliche Regulierungspläne der Attraktivität offener Immobilienfonds schaden werden. Bei dem neuen Vorschlag ist von einer monatlichen Bewertung der Immobilien die Rede. Dadurch werden die Kosten für Fonds steigen, was auf deren Performance Auswirkungen hat“, erklärt Stefan Wildner, Makler bei der mwb fairtrade Wertpapierhandelsbank AG. Geplant ist unter anderem auch die Erhöhung der Mindesthaltefrist auf zwei Jahre, wenn Privatanleger mehr als 5.000 Euro monatlich aus einem Fonds abziehen wollen. Diese Grenze ist nach Ansicht Wildners sehr niedrig angesetzt, da gerade konservative Anleger mit einem großen Teil ihres Depots in diese Anlageklasse investiert seien. Das Gesetzesvorhaben soll nach der parlamentarischen Sommerpause verabschiedet werden.

 
Saisonbedingt leichter Umsatzrückgang, aber deutliche Gewinne bei ETFs
 

Insgesamt gingen die Umsätze im Fondshandel saisonbedingt auf 118,2 Mio. Euro zurück. „Im Großen und Ganzen wurden Anteile eher verkauft als gekauft, was typisch für diese Jahreszeit ist“, erklärt Wildner. Die Kurse haben sich im Juli jedoch überraschend gut entwickelt. „Meist gehen die Kurse im Sommer zurück. Dass der DAX immer noch bei über 6.000 Punkten liegt, ist eher ungewöhnlich und auf die Lage der Gesamtwirtschaft zurückzuführen“, sagt Wildner. So gab es auch im Juli einige Fonds, die deutliche Gewinne verzeichneten. Die höchste Wertsteigerung erzielte der Indexfonds Source Mkts-DJSTX600 Optz.Bks (WKN: A0RPR1) mit einem Plus von 19,0 Prozent. Unter den zehn Fonds mit der besten Wertentwicklung befanden sich viele weitere Indexfonds wie etwa der iSh. EURO STOXX Banks (WKN: 628930) mit einem Gewinn von 18,6 Prozent oder der db x-trackers STOXX 600 BANKS (WKN: DBX1SF), der seinen Wert um 17,7 Prozent steigerte. „Bei Indexfonds stellen wir seit längerem ein gestiegenes Interesse seitens der Anleger fest. Die Börse Hamburg bietet deshalb eine Vielzahl dieser Produkte, aktuell 566 Stück, zum Handel an“, sagt Dr. Thomas Ledermann, Geschäftsführer der Börse Hamburg.

 

Über die Börse Hamburg

Die Börse Hamburg ist der führende Börsenplatz für den Handel mit offenen, aktiv gemanagten Fonds in Deutschland. Anleger können börsentäglich zwischen 9 Uhr und 20 Uhr über 3.700 Fonds ohne Ausgabeaufschlag zu aktuellen Preisen handeln. Neben der Maklercourtage von 0,08 Prozent fällt die individuelle Bankprovision an. Die Orderaufgabe erfolgt – wie bei anderen Wertpapiergeschäften – über die Haus- oder Online-Bank. Als Börsen- bzw. Handelsplatz ist lediglich Hamburg anzugeben. Bei der Ausführung über die Börse Hamburg lassen sich Aufträge preislich und zeitlich limitieren, dies beinhaltet auch Stop-Loss- und Stop-Buy-Orders. Der Handel vollzieht sich unter Aufsicht der Handelsüberwachungsstelle an der Börse Hamburg.

 

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