13. November 2019 13:00 Uhr

Privater Emissionshandel

Rolf Häßler - Geschäftsführer
NKI Institut für nachhaltige Kapitalanlagen

„Eine klimaschutzbezogene Flugsteuer zerstört die Lebensentwürfe vieler Bundesbürger“ - mit dieser Aussage kommentierte kürzlich ein Mitglied des Sachverständigenrates zur Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung die Pläne der Bundesregierung zur Erhöhung der Steuer auf Flugtickets. Es gehört heute, so das Argument, selbstverständlich zum Lebensstil, am Wochenende nach Barcelona fliegen zu können. Unabhängig von der Frage, ob eine Steuer von zehn oder 15 Euro wirklich eine solche Wirkung hätte, muss man grundsätzlich feststellen: Das Gegenteil ist richtig! Es ist der Lebensentwurf vieler Bundesbürger, der Umwelt und Klima zerstört.

Um das in Paris vereinbarte Ziel, den Anstieg der globalen Durchschnittstemperatur auf maximal zwei Grad Celsius zu begrenzen, erreichen zu können, müssen die CO2-Emissionen je Bundesbürger und Jahr auf zwei Tonnen reduziert werden - ein Zielwert, der beispielsweise ins Bayerische Klimaschutzgesetz aufgenommen werden soll. Heute liegt er statistisch gesehen bei rund elf Tonnen CO2 und damit deutlich über der Zielmarke. Um diese erreichen zu können, müssen die Bürger ihre Lebensentwürfe verändern - und ohne Verzicht wird es dabei nicht gehen.

Stellen Sie sich dabei einmal folgendes Szenario vor: In einer „2-Tonnen-Gesellschaft“ bekommt jeder Bundesbürger am Anfang des Jahres seine persönlichen Emissionsrechte gutgeschrieben - und entscheidet selbst, wie er seine Emissionsrechte in seinen Lebensstil investiert. Die Produktion eines Kilos Butter schlägt beispielsweise mit 24 Kilogramm (kg) CO2 zu Buche, ein Kilogramm Rindfleisch belastet das Jahresbudget mit 13 kg CO2, frisches Gemüse im Durchschnitt mit 0,15 kg CO2. Die Herstellung einer Jeans verursacht CO2-Emissionen in Höhe von rund 15,8 kg, ein T-Shirt belastet die Atmosphäre mit etwa 5,5 kg. Und der Wochenendflieger nach Barcelona reduziert das Jahresbudget mit 550 kg gleich um mehr als 25 Prozent.

Wer am Ende des Jahres nicht hungrig in seiner kalten und dunklen Wohnung sitzen will, muss genau planen, wie er seine Emissionsrechte einsetzt. Wer dabei gut investiert hat, kann seine überschüssigen Emissionsrechte an einer Börse verkaufen, wer schlecht investiert hat, muss am Ende des Jahres Emissionsrechte dazu kaufen. Ob ein solcher individueller Emissionshandel wirklich kommt, ist natürlich offen. Es ist aber für jede/-n eine gute Rechenübung, einmal zu überlegen, wie es wäre, wenn er oder sie mit zwei Tonnen CO2 pro Jahr auskommen müsste.

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