06. November 2019 13:00 Uhr

Gute Miene zu den bösen Jungs

Carsten Brömstrup - Leiter Anlagestrategie
Oldenburgische Landesbank AG


Ein Premiumjahr geht zu Ende. Wer hätte das gedacht. Viele große Investoren und Analysten werden auf dem völlig falschen Fuß erwischt. Das wird voraussichtlich der Nährboden für weitere Kursgewinne und eine Jahresendrally sein. Aktien wie auch Teile des Anleihenmarktes legen bis dato zweistellig zu. Der US-Aktienmarkt bewegt sich auf Allzeithochs. Noch zu gut kann ich mich daran erinnern, als vor genau einem Jahr die Börsen gen Süden abrauschten, weil die US-Zinsen im 10-jährigen Bereich über 3,2 Prozent stiegen und Trump die FED ob ihrer Zinserhöhungspolitik als „wahnsinnig“ bezeichnete. Hinzu verlor Trump seine Mehrheit im Repräsentantenhaus und sanktionierte erstmals Huawei, so dass der Handels- und Zollkonflikt mit China weiter eskalierte.

Hierzulande verzweifelte Theresa May und ganz Europa am Brexit. Ja, es hat sich seitdem viel getan. Der Zins in den USA hat sich inzwischen halbiert. Die FED senkte den Leitzins erst letzte Woche zum dritten Mal seit Juli 2019 und ging somit einen Schritt auf Trump zu, ohne jedoch das Gesicht und den Schein der „Unabhängigkeit“ zu verlieren. „Good job, Jerome Powell“, möchte ich sagen, zumal mit Zinssenkungen nun erst einmal Schluss sein dürfte. Auf May folgte Boris Johnson, der zu unser aller Überraschung einen Brexit-Deal mit der EU aushandeln konnte. Der wiederum fiel im Parlament durch, so dass wir uns nun auf neue Parlamentswahlen am 12. Dezember und einen neuerlichen Aufschub des Brexit-Termins auf Ende Januar 2020 freuen dürfen. The show must go on. Und Trump wäre nicht Trump, wenn er sich nicht sofort einmischen würde. In einem Interview sagte er, dass der von Johnson verhandelte Brexit-Deal es dem britischen Premierminister schwer machen wird, einen Handelsvertrag mit den USA abzuschließen. Besser sei ein harter Brexit mit der EU und ein neuer, großer Deal mit den USA.

„Bad Boy Trump“, dabei ist er doch gerade auf Kuschelkurs und im Liebesrausch. Zumindest mit den Chinesen, denn mit denen möchte er noch im November ein Liebesfest („love fest“) feiern und ein „Phase 1 Abkommen“ abschließen. Hier sollen Themen zu Finanzdienstleistungen und Währungsfragen sowie zum Handel mit Agrarprodukten gelöst werden. Vorausgesetzt, die Chinesen spielen auch mit und lassen Trump nicht auflaufen und am langen Arm verhungern. Denn die Chinesen misstrauen dem launischen Trump. Und erpressen lassen sie sich auch nicht, schon gar nicht, wenn es sich um eine Einmischung in die politische „Agenda 2025“ Chinas und deren Ziele handelt. Hier wird nicht weniger als die globale Führerschaft in allen wichtigen Bereichen der Wirtschaft (u. a. Künstliche Intelligenz) angestrebt. Der Schutz geistigen US-Eigentums spielt für die Chinesen kaum eine Rolle. Paradoxerweise hängt somit die Wiederwahl Trumps im November 2020 - so er dann noch nicht des Amtes enthoben ist - auch von der Gunst der Chinesen ab, denn ohne Handelsabkommen droht den USA eine Rezession und der Verlust von Jobs. Das wären dann keine guten Aussichten in einem Wahljahr.

Kurzum, 2020 wird ein weiteres Jahr politischer Entscheidungen. Und selbst in Deutschland sind Neuwahlen nicht ganz ausgeschlossen. Man mag es ja kaum sagen, aber nur aus Sicht der Börse wären ein erfolgreicher Boris Johnson und eine Wiederwahl Trumps wohl positiv zu werten. Unter Trump legte die US-Börse unter Schwankungen und Nervenverlust deutlich zu (Grafik: S&P 500 Aktienindex; Quelle Bloomberg, 01.11.2019). Die Börse kann auch Bad Boys.


 
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