16. Oktober 2019 13:00 Uhr

Substanz statt Visionen

Joachim Brandmaier - Börsenpraktiker 
Stuttgarter Aktienbrief „Börse Aktuell“


Wen sähen Sie lieber an der Spitze eines Unternehmens, von dem Sie Aktien halten: einen großen Visionär oder einen uncharismatischen Buchhaltertypen? Die meisten Börsianer ziehen instinktiv die Lichtgestalt dem kleinen Licht vor. Doch was ist wirklich die bessere Wahl?

Wenn Sie von mir eine Antwort erwarten, was nach wissenschaftlich gesicherten Erkenntnissen die bessere Variante ist, so muss ich Sie enttäuschen. Es ist mal so, mal so. Wenn eine Firma klein ist und es soll etwas wirklich Großes aus ihr werden, muss wohl ein Anführer vorangehen, der alle mitreißt. Vielen wird hier etwa Steve Jobs von Apple einfallen, Marc Zuckerberg von Facebook oder Elon Musk vom Elektroautopionier Tesla. Auch praktisch alle Konzerne, deren Aktien ich zum Kauf empfehle, sind so entstanden: Microsoft durch Bill Gates, Oracle dank Larry Ellison oder auch Walt Disney, wo der Gründername noch heute Programm ist.

Doch dass manche Firmen heute eine Weltmacht sind, hing anfangs nicht selten an einem seidenen Faden. Denn gerade visionäre Anführer sind ein zweischneidiges Schwert - weil ihnen vor lauter Visionen oft der Blick fürs Kleine fehlt. Die meisten scheinbar großen Visionäre gehen deshalb mit Pauken und Trompeten unter. Aus diesem Grund sollten Sie sich nicht von irgendwelchen Sprücheklopfern in den Bann ziehen lassen, die mit ihren kleinen Firmen den Aktionären das Blaue vom Himmel, sprich den nächsten Weltmarktführer, versprechen. Bei einer Fehleinschätzung des Chefs oder gar seinem Abgang verdünnisieren sich sonst nicht nur etwaige Kursgewinne, sondern womöglich gleich Ihr ganzes Anlagekapital.

Setzen Sie stattdessen auf Großkonzerne wie Unilever, Procter & Gamble oder McDonald’s. Denn erstens sitzen dort natürlich auch heute in aller Regel kluge Leute an der Spitze, selbst wenn diese nicht wie ein Pfau durch die Gegend stolzieren. Und zweitens sind diese Konzerne längst über das Stadium hinaus, dass sie von einer einzigen, scheinbar unwiderstehlichen Führungskraft abhängig wären. Sie haben sich bereits eine so starke Weltmarktstellung aufgebaut, dass es auf den führenden Manager gar nicht mehr unbedingt ankommt. Deshalb wird nach meiner Einschätzung auch SAP weiter erfolgreich sein, obwohl dort gerade der langjährige Vorstandschef völlig überraschend zurückgetreten ist.

Ich halte es bei meiner Anlagestrategie jedenfalls mit einem Erfolgsgeheimnis von Warren Buffett: „Ich versuche, Aktien von Unternehmen zu kaufen, die so wunderbar sind, dass ein Idiot sie führen könnte - denn früher oder später wird es einer tun.“

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