31. Juli 2019 13:00 Uhr

Mit dem „Doppelte Lottchen“ durch das Sommerloch

Carsten Brömstrup - Leiter Anlagestrategie
Oldenburgische Landesbank AG


Das „Doppelte Lottchen“ von Erich Kästner handelt bekanntlich von einem Zwillingspärchen, das nach der Geburt auseinandergerissen wurde. Es sind die lebhafte, eigenwillige Luise aus Wien und die höfliche, bescheidene Lotte aus München. Das Doppelte Lottchen der Gegenwart heißt nun Donald aus Washington und Boris aus London. Jedoch ist mitnichten einer von beiden bescheiden. Die Parallelen der Lottchen sind gravierend.


(Bildquelle: GETTY, express.co.uk)

So nehmen es beide mit der Wahrheit nicht so genau, sind wankelmütig und eher zufällig an die Macht gekommen. Und: Sie eint die Abneigung gegenüber Europa. Dass die Briten die Franzosen nicht mögen, ist historisch gewachsen und wenig überraschend. Doch nun schießt auch Donald aus Amerika gegen Frankreich. Die von Paris beschlossene Digitalsteuer insbesondere gegen die US-Internetriesen Google, Facebook, Amazon oder Apple will Donald mit Strafzöllen gegen französische Weine beantworten. Frankreich „hätte das nicht tun sollen“, so das grimmige Lottchen Donald, und außerdem schmecken amerikanische Weine eh besser als französische. Naja, Geschmackssache würde ich sagen! Und die Macht der deutschen Automobilindustrie ist eh beiden ein Dorn im Auge. So stellt unweigerlich das eine Lottchen Donald dem anderen Lottchen Boris ein „sehr umfassendes Freihandelsabkommen“ nach einem Brexit in Aussicht. Zudem sei Boris ein „guter Kerl“, der einen sehr guten Job machen würde. In Summe braut sich da wohl eine englischsprachige, transatlantische Allianz gegen die EU zusammen, würde ich sagen.

China, Russland und andere wird´s freuen, denn die EU dürfte ostwärts gesprächsbereiter werden. Denn die EU-Konjunktur driftet aktuell schnurstracks ab in den Abschwung wie uns der letzte ifo-Bericht eindrucksvoll bestätigt hat. „Die Stimmung in den deutschen Chefetagen wird ungemütlich“, ist dort zu lesen (www.ifo.de/node/44274). Auch von Kurzarbeit im Automobil- und Maschinenbau ist mittlerweile die Rede. Sollte Lottchen Donald im Weiteren noch Strafzölle auf europäische Autos erheben und Lottchen Boris einen harten, unkontrollierten Brexit anstreben, dann ist der Daumen gesenkt und die Saat für eine ausgewachsene Rezession mindestens in Europa gelegt. De facto wird es laut EZB so oder so „erhebliche geldpolitische Anstrengungen“ benötigen, um die Konjunktur zu retten. In toto heißt das m. E. für den Kapitalmarkt: Der Zins bleibt noch sehr, sehr lange „unter Null“. Sichere Anleihen bleiben als Absicherung trotz Negativverzinsung gefragt. Wachstumsstabile Aktien aus der Software-Technologie und weniger zyklische Werte aus Konsum und Medizintechnik werden substanz- und zinsorientierte Aktien (Finanz-, Industrie und Autowerte) wohl weiter outperformen. Ebenso dürfte der Trend zu ESG-konformen, nachhaltigen Werten weiter gehen. So gibt es also auch weiter Chancen am Markt (WKN A2DTNG) und die Geschichte vom doppelten Lottchen könnte auch diesmal mit einem Happy End enden. Bleiben Sie wachsam!

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