17. Juli 2019 13:00 Uhr

Ein neuer Immobiliencrash, eine neue Finanzkrise?

Prof. Dr. Max Otte, Geschäftsführer
IFVE Institut für Vermögensentwicklung GmbH


13 Jahre nach „Der Crash kommt“ arbeite ich an einem Nachfolgebuch. In meinem neuen Buch geht es um den prekären Zustand unseres Finanzsystems. Die große Bereinigung, die schon 2008 hätte passieren können, haben wir nur verschleppt. Auch ich halte es für sehr wahrscheinlich, dass bald die nächste Krise ausbricht und sage das seit Januar 2018 auch offen. In unseren Fonds positionieren wir uns daher seit einigen Monaten etwas defensiver.

Ich schreibe in dem neuen Buch auch über die Zusammenhänge zwischen den Unruhen auf der Welt, dem Aufstieg Chinas, dem prekären Zustand des Finanzsystems, dem Schrumpfen der Mittelschicht und dem Aufkommen des Populismus. Ich glaube, dass man diese Zusammenhänge auch auf Basis der Politikwissenschaftler und der Klassiker des politischen Denkens herleiten muss. Gabor Steingart hat in „Weltbeben“ viele Brandherde beschrieben, Dirk Müller in „Machtbeben“ einige Erklärungen geliefert. Ich versuche, in meinem neuen Buch, die Zusammenhänge zu beleuchten.

Aktuell mehren sich die Sorgen um einen Immobiliencrash 2.0. Der Case-Shiller-Hauspreisindex ist auf dem höchsten Stand aller Zeiten. Von seinem alten Höchststand bei 195 im Jahr 2005 fiel er 2011 bis auf 132. Jetzt steht der Index bei 215.

Auch in Deutschland und Europa zogen die Preise an. Die Europäische Zentralbank ist seit Mario Draghis „Whatever-it-takes“-Rede 2012 ebenfalls in den Hypermodus umgesprungen. Allein seit Ende 2015 zogen die Preise für Wohnimmobilien um 22 Prozent an. Und da sind auch die vielen Schrumpfungsregionen mit Stagnation im Osten mit berücksichtigt. Attraktive Lagen stiegen umso stärker. Eigentumswohnungen in den Metropolen zogen um über 40 Prozent an.

In jüngster Zeit allerdings bröckelt diese Dynamik. Beispiel USA: In der sehr teuren San Francisco Bay gehen die Preise seit April zurück, ebenso in New York. Die Ökonomen Adam Slater und John Payne haben herausgefunden, dass die Immobilienpreise auf der Welt zuletzt um 10 Prozent gesunken sind und die Investitionen in Immobilien um 8 Prozent rückläufig waren.

Wenn diese Blase platzt, wird es ungemütlicher als beim letzten Mal. Das wissen auch die Politiker. Donald Trump brüstet sich gerne mit den Erfolgen seiner Wirtschaftspolitik. Gleichzeitig attackiert er aber immer wieder Fed-Chef Jerome Powell, den Zinssteigerungen ein Ende zu bereiten und die Zinsen zu senken. Und Powell gibt nach. In Europa versucht Mario Draghi, die EZB über sein Ausscheiden hinaus auf die Nullzinspolitik festzulegen.

Passend dazu erreichte mich die Meldung, dass sich in einem Referentenentwurf des Bundesfinanzministeriums eine Erweiterung der Geldwäscherichtlinie befindet:

„(5) Verpflichtete nach § 2 Absatz 1 Nummer 16 müssen über ein wirksames Risikomanagement verfügen:

1. als Güterhändler, soweit sie
a)    beim Handel mit Kunstgegenständen, auch als Vermittler oder Auktionatoren, Transaktionen im Wert von mindestens 10.000 Euro durchführen oder
b)    beim Handel mit Edelmetallen wie Gold, Silber und Platin Barzahlungen über mindestens 2.000 Euro selbst oder durch Dritte tätigen oder entgegennehmen.

Das heißt: Alle Edelmetalltransaktionen ab 2.000 EUR sind wohl schon im nächsten Jahr meldepflichtig. Der Kontrollstaat zieht seine Schlingen enger. Die schleichende Enteignung schreitet fort. Sicher kein schlechter Zeitpunkt, Edelmetalle aufzustocken.

Auf gute Investments!

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