29. Mai 2019 13:00 Uhr

Handelskonflikt bremst Aktienmärkte zumindest vorübergehend aus

Heinz-Gerd Sonnenschein - Aktienmarktstratege
Postbank Research


DAX, Euro Stoxx 50 und Standard & Poor’s 500 legten einen beieindruckenden Start in das Jahr 2019 hin. Bis Ende April summierten sich die Kurszuwächse im Vergleich zu ihren Schlussständen zum Jahreswechsel 18/19 auf 21,9 Prozent beim S&P 500, 17,1 Prozent beim Euro Stoxx 50 sowie 16,1 Prozent beim deutschen Leitindex. Risiken wie beispielsweise die Handelskonflikte der USA mit diversen internationalen Handelspartnern, den Brexit oder die Staatshaushaltsunstimmigkeiten zwischen Italien und der EU blendeten die Investoren weitgehend aus.

Anfang Mai verschärfte sich ausgehend von den USA der Ton im Handelsstreit mit China. Der US-Präsident drohte eine deutliche Ausweitung der von erhöhten Zöllen betroffenen chinesischen Exportgüter in die USA an. Sogar eine vollumfängliche Belastung aller Importe aus dem Reich der Mitte brachte er ins Spiel. Ferner verhängte er umfassende Sanktionen gegen einen namhaften chinesischen Telekommunikationskonzern. Unsicherheit machte sich daraufhin in den Börsensälen der Alten und Neuen Welt breit und DAX & Co. legten den Rückwärtsgang ein. In der Spitze korrigierten die Indizes zwischen 5,2 Prozent (Euro Stoxx 50) und 4,3 Prozent (DAX). Inzwischen hat sich die Nervosität wieder verringert und die Indizes haben sich von diesen Tiefständen wieder gelöst. Sie notieren aber weiterhin unter ihren in den ersten Maitagen markierten bisherigen Jahreshöchstständen.

Die Sorgen der Investoren vor möglichen negativen Auswirkungen der Strafzölle sind nicht unbegründet. So beträgt der Anteil des Chinageschäfts zwar lediglich zwei Prozent der Exporte von US-Unternehmen. Vergeltungszölle, die China als Reaktion auf die Strafzölle der USA erhebt, fallen aus ihrer Sicht daher kaum ins Gewicht. Dafür schaden die Strafzölle der USA den eigenen Unternehmen umso mehr. Importe machen nämlich rund 30 Prozent der Kosten bei US-Unternehmen aus, wobei ein erheblicher Anteil auf Importe aus China entfällt. Würden die USA sämtliche chinesischen Exporte in die USA - wie angedroht - mit einem Strafzoll von 25 Prozent belegen, könnten die Gewinne der US-Unternehmen schätzungsweise um bis zu 6 Prozent nachgeben.  

Bisher wurden zwar nur Importe von Stahl und Aluminium aus der EU mit US-Strafzöllen belegt. Viele deutsche Unternehmen, die in den USA produzieren, sind aber bereits heute vom Handelsstreit zwischen den USA und China betroffen. Zudem stehen mögliche Zollerhöhungen für Autoimporte aus der EU noch immer im Raum und wurden vom US-Präsidenten vorerst nur um sechs Monate verschoben. Falls die USA nicht nur Strafzölle auf alle Importe aus China, sondern auch auf alle Autoimporte erheben, könnten die Gewinne und Notierungen der DAX-Unternehmen einen weiteren kräftigen Dämpfer erhalten.
    
Dennoch gibt es keinen Grund für übertriebenen Pessimismus an den Börsen. Die Verhandlungen zwischen China und den USA über ein Handelsabkommen laufen weiter. Da von Strafzöllen in den USA vor allem die eigenen Unternehmen negativ betroffen sind, besteht auch für die US-Regierung ein großer Anreiz, den Handelsstreit schnell beizulegen. Gut möglich, dass die Zollsätze im Güterhandel mit China am Ende sogar unter das Niveau vor Einführung der Strafzölle sinken. Hiervon würden nicht nur viele Unternehmen in den USA, sondern auch in Europa profitieren.

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