15. Mai 2019 13:00 Uhr

Klarheit in der Nachhaltigkeitsfrage

Rolf Häßler - Geschäftsführer
NKI Institut für nachhaltige Kapitalanlagen

Der Weltgipfel von Rio de Janeiro im Jahr 1992 war auch im Rückblick von fast 27 Jahren ein wegweisendes Treffen der Weltgemeinschaft. Dort wurden nicht nur die Grundlagen für den internationalen Klima- und Artenschutz gelegt, auch die in vielen deutschen Kommunen nach wie vor aktive Agenda 21-Bewegung hat ihre Wurzeln in den Beschlüssen von Rio. Die einzelnen beschlossenen Maßnahmen wurden in die Entscheidung eingebettet, die Nachhaltigkeit zum Leitbild für die globale Entwicklung zu machen.  

Eines sind die Staatschefs und ihre Sherpas in Rio allerdings schuldig geblieben - die Klärung der Frage, was Nachhaltigkeit konkret bedeutet. Dies will die EU-Kommission jetzt im Rahmen ihres Aktionsplans „Finanzierung nachhaltigen Wachstums“ ändern. Als eine von insgesamt zehn Maßnahmen will sie im Rahmen einer einheitlichen Taxonomie verbindlich festlegen, was eine nachhaltige Tätigkeit ist. Dieses Klassifizierungssystem soll das Fundament für weitere Maßnahmen der EU-Kommission bilden, etwa die Einführung von Labeln für nachhaltige Anlageprodukte und die verpflichtende Integration von Fragen zur nachhaltigen Kapitalanlage in die Beratungsgespräche.

In einem ersten Schritt hat die von der EU-Kommission zu diesem Zweck gebildete Expertengruppe dabei Klima- und Umweltaspekte ins Visier genommen und einen ersten Katalog von nachhaltigen Tätigkeiten zur Diskussion gestellt. Grundsätzlich ist danach eine Tätigkeit nachhaltig, wenn sie unter anderem einen positiven Beitrag zu mindestens einem von insgesamt sechs Umweltzielen, etwa zum Klimaschutz oder dem Schutz gesunder Ökosysteme, leistet und keines der sechs Ziele negativ beeinträchtigt. Unter diesen Rahmenbedingungen beleuchtet der Katalog unter anderem die Energieerzeugung, die Land- und Forstwirtschaft und den Verkehrsbereich.

Diese ersten Vorschläge für eine Taxonomie von Klima- und Umweltaspekten zeigen dabei insbesondere zweierlei: Zum einen unterstreichen sie die hohe Bedeutung einer einheitlichen Klassifizierung für die nachhaltige Entwicklung der Wirtschaft und des Finanzmarktes. Zum anderen lassen sie erahnen, wie schwierig es werden wird, sich länderübergreifend auf eine einheitliche Bewertung einzelner Technologien zu verständigen - man denke nur an die unterschiedliche Einschätzung der Atomenergie in Europa. Und die Komplexität wird noch steigen, wenn es zusätzlich um soziale Themen geht und um deren Wechselwirkungen mit ökologischen Aspekten. Zudem werden Interessengruppen aus Wirtschaft und Zivilgesellschaft versuchen, Einfluss auf die Taxonomie zu nehmen, um etwa einer bestimmten Technologie das Qualitätslabel „offiziell nachhaltig“ zu verschaffen.

Es ist der EU-Kommission zu wünschen, dass sie bei ihrem ambitionierten Vorhaben fest den Geist und die Ziele von Rio im Blick hat und ihre Vorgaben konsequent an der Frage ausrichtet, wie wir den folgenden Generationen eine lebenswerte Umwelt und Gesellschaft hinterlassen können. 

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