24. April 2019 13:00 Uhr

Perfekte Börsen? Welche Märkte jetzt Chancen bieten - und wo Zurückhaltung geboten ist

Matteo Germano - Head of Multi-Asset
Amundi Asset Management

Seit Anfang 2019 befinden sich fast alle Anlageklassen im positiven Bereich und die Volatilität ist weiterhin niedrig. Leben wir in einer fast perfekten Welt? Nicht wirklich, findet Matteo Germano, Head of Multi-Asset bei Amundi. In einigen Marktbereichen hat sich die Rallye nach seiner Einschätzung zu weit und zu schnell ausgebreitet und übersteigt inzwischen das durch die Fundamentaldaten gerechtfertigte Niveau. In einem aktuellen Kommentar beleuchtet Germano aktuelle Chancen und Risiken für Anleger:

„Bei Risikoanlagen wächst inzwischen die Verlustgefahr, so dass wir seit März vorsichtiger agieren. An den Märkten scheint eine beträchtliche Menge an guten Nachrichten bereits eingepreist zu sein. Um vom aktuellen Kursniveau aus weitere Höhenflüge zu starten, müsste sich das konjunkturelle Umfeld verbessern. Dort ist allerdings eher mit einer Abschwächung und Abwärtsrisiken zu rechnen - wenn auch noch kaum mit der Gefahr einer echten Rezession. Denn die Notenbanken dürften weiterhin eine expansive Geldpolitik verfolgen. Falls die Fed jedoch ihre Kommunikationspolitik zu schnell ändern und zu einer restriktiveren Geldpolitik übergehen würde, könnte dies eine Marktkorrektur auslösen.

Zweigeteiltes Bild bei Aktien
Mittelfristig sehen wir Risikoanlagen grundsätzlich zwar nach wie vor positiv, insbesondere bei Aktien könnte sich der Markt aber auf dem aktuellen Niveau einpendeln und damit für einen allmählichen Rückzug der Anleger sorgen. Aus unserer Sicht ist deshalb eine taktische Risikominderung und -verschiebung sinnvoll. Eine höhere Vorsicht ist vor allem bei Aktien aus Europa und den USA angebracht - die Bewertungen sind längst nicht mehr so attraktiv wie zu Jahresbeginn; gleichzeitig gab es schon eine Reihe enttäuschender Ertragsprognosen. In Europa kommen politische Unsicherheiten zum Brexit und zu möglichen Zöllen auf Autoexporte hinzu, während die US-Wirtschaft mit einer verlangsamten Dynamik und der anhaltenden Debatte um den US-Haushalt zu tun hat. Auch gegenüber japanischen Aktien nehmen wir derzeit wieder eine neutrale Haltung ein. Die Ergebnisse der Handelsverhandlungen zwischen den USA und China werden in Kürze erwartet. Sollte es keine Lösung geben, könnte sich der japanische Markt aufgrund eines stärkeren Yen, der in der Regel als Safe-Haven-Asset fungiert, schlechter entwickeln.

Im Gegensatz dazu sehen wir nach wie vor Chancen an den Aktienmärkten der Schwellenländer - insbesondere in China. Die Unternehmen entwickeln sich positiv, was sich in den Fundamentaldaten widerspiegelt, aber die Bewertungen sind noch fair. An den Devisenmärkten der Schwellenländer favorisieren wir zum Beispiel den Rubel oder die indonesische Rupie, da diese günstig bewertet und nicht so anfällig gegenüber externen Schocks sind.

Unternehmensanleihen sind wieder attraktiv
Solange die Notenbanken an niedrigen Zinsen festhalten, werden Anleger weiter nach alternativen Renditequellen suchen. Und wenn das Konjunkturumfeld freundlich bleibt und die Ausfallraten niedrig hält, sind aus unserer Sicht Unternehmensanleihen attraktiv. Dabei halten wir europäische Unternehmensanleihen mit Investment-Grade-Status für interessanter als ihre US-Pendants: Europäische Emittenten sind weniger stark verschuldet und profitieren zudem aus technischer Sicht von der Geldpolitik der EZB. Bei den Staatsanleihen bevorzugen wir US Treasuries gegenüber Bundesanleihen, insbesondere bei den Titeln mit fünfjähriger Laufzeit.“

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