17. April 2019 13:00 Uhr

Mal wieder: Crash-Warnungen

Prof. Dr. Max Otte
IFVE Institut für Vermögensentwicklung GmbH


Anders als 2006 und 2007 gibt es dieses Mal etliche Crash-Warnungen. Als einfacher „Contrarian“, also jemand, der eher das Gegenteil tut und erwartet als die Menge, könnte man nun vermuten, dass der Crash ausbleibt. So einfach ist es leider nicht. Benjamin Graham, der Vater des Value Investing, drückte es so aus: „Du liegst nicht richtig, wenn Du mit der Masse investierst. Du liegst nicht richtig, wenn Du gegen die Masse investierst. Du liegst richtig, wenn Du im Einklang mit den Fakten investierst.“

Trump hat Zölle und Handelssanktionen eingeführt, die sich negativ auswirken. Aber die katastrophale Situation, die in die Krise führen muss, hat er nicht geschaffen. Seit 2008 sind die Schulden weiter gestiegen, das Produktivitätswachstum ist aufgrund der Niedrigzinspolitik kollabiert und die Vermögensverteilung ist noch ungleicher geworden. Dass nun die Gelbwesten in Frankreich protestieren, dass sich das Brexit-Drama in England abspielt, dass Europa eine verkorkste Europolitik hat und dass in den USA die Demokraten mit nicht ganz unberechtigten Forderungen nach radikaler Umverteilung auftreten, daran hat er keine Schuld.

In seinem Buch „Navigating Big Debt Crises“ vom letzten Jahr hat Hedgefondslegende Ray Dalio über 30 Schuldenkrisen untersucht. Aus solchen Krisen kommt man nur heraus durch: 1. Inflation, 2. radikales (und gesellschaftlich extrem gefährliches und schmerzhaftes) Sparen, 3. teilweise Insolvenzen und 4. Umverteilung. Punkt 4 ist durchaus eine Option, denn die letzten Jahrzehnte haben durch die Assetpreisinflation die Vermögen der Reichen und Superreichen anschwellen lassen, während die Mittelschicht in große Bedrängnis geriet.

Seit über einem Jahr schreibe ich, dass wir vorsichtiger werden. Dennoch haben unsere Fonds im ersten Quartal außerordentlich gut performt, sowohl im Vergleich mit den Indizes als auch mit den großen Konkurrenzfonds. Der Max Otte Vermögensbildungsfonds schloss die ersten drei Monate 2019 mit einem Plus von 9,6 Prozent, der PI Global Value Fund mit +11,5 Prozent ab. Einige unserer Konkurrenzfonds machten in dieser Zeit sogar ein dickes Minus. Auch DAX, FTSE 100 und Nikkei performten deutlich schlechter.

Die massive Korrektur im letzten Quartal 2018 haben wir genutzt, um unsere freie Liquidität zu investieren. Nun bauen wir eher wieder Liquidität auf.

Auch die FAANG (Facebook, Amazon, Apple, Netflix, Google) sind nach massiven Korrekturen wieder durchgestartet und haben zum Teil bis zu 50 Prozent von ihren Tiefs im Dezember zugelegt. Gemessen an historischen Bewertungsniveaus sind sie nicht wirklich teuer. Aber die Gewinndynamik verlangsamt sich. Hier könnten zum Beispiel zum Sommer hin einige Positionen reduziert werden.

Kontakt

Ansprechpartner

Janine Achilles

Newsletter
Tel: +49 (0)511 - 12 35 64 - 0
newsletter@boersenag.de
Nutzen Sie für Ihre Suche die aktivierbaren Filtermodule. Sie haben auch ohne die Eingabe eines Suchwortes/ISIN/WKN die Möglichkeit, die Ergebnisse mit Hilfe der anderen Filtermodule einzugrenzen. Die Ergebnisliste aktualisiert sich automatisch 3 Sekunden nach der letzten Änderung oder durch Klick auf den "Suche starten" Button.

Suchwort/ISIN/WKN

Wertpapiergruppe

Fondsart

Art

Branche

Emissionswährung

Land

Indexzugehörigkeit

KVG

Anleihenemittent

Ausgabeaufschlag

0% +20%

Zinssatz

0% +20%

Rendite

0% +20%

Vortagesdifferenz

-20% +20%

Volatilität 1 Jahr

-20% +20%

Volatilität 3 Jahre

-20% +20%

Volatilität 5 Jahre

-20% +20%

Performance 1 Jahr

-20% +20%

Performance 3 Jahre

-20% +20%

Performance 5 Jahre

-20% +20%