27. Februar 2019 13:00 Uhr

Profitiert die Deutsche Lufthansa vom Brexit?

Prof. Dr. Max Otte
IFVE Institut für Vermögensentwicklung GmbH


Aktuell bereitet mein Team ein interessantes Screening der weltweit agierenden Fluggesellschaften vor. Die Leser meines Börsenbriefes DividendenKönige werden in ein paar Tagen die Ergebnisse erfahren.

Innerhalb Europas bietet aktuell vor allem der Brexit einigen Anlass zur Spekulation über die Zukunft so mancher Airline. Und speziell in Deutschland hat zuletzt die Insolvenz von Germania für Aufsehen gesorgt.

Die Deutsche Lufthansa könnte alsbald von den Unabhängigkeitsbestrebungen Großbritanniens profitieren. Am gestrigen Montag erklärte sich die EU dazu bereit, den Fluggesellschaften sieben Monate Zeit einzuräumen, um sich nach dem Brexit an die Kontroll- und Eigentumsregeln der Union anzupassen.

Alle in der EU agierenden Fluggesellschaften müssen ihre Beteiligungsstruktur bis zum 27. Oktober 2019 anpassen, sodass der Großteil der Aktien weiterhin von Aktionären innerhalb der Europäischen Union kontrolliert wird, sobald alle britischen Investoren nicht mehr als solche gezählt werden. Wenn eine Fluggesellschaft dies nicht erreichen sollte, verliert sie den Status einer europäischen Fluggesellschaft und alle damit verbundenen Vorteile, wie beispielsweise den Zugang zu den europäischen Flugrouten. Der neue Rechtsrahmen dürfte sowohl britische Fluggesellschaften wie British Airways, Mitglied der IAG International Airlines Group, und easyJet als auch andere wie Ryanair betreffen.

Damit würden einige Konkurrenten der Lufthansa echte Probleme bekommen.
Doch auch unabhänig vom Brexit halten wir die Lufthansa für einen derzeit spannenden Zykliker. Auch die Dividende ist interessant. In den letzten zehn Jahren wurde diese zwar auch dreimal ausgesetzt (2009, 2012 und 2014), aber ausgehend von der bisherigen Prognose für die nächste Ausschüttung für das Geschäftsjahr 2018 würde die Aktie aktuell eine Dividendenrendite von 3,8 Prozent bieten.

Starke Marktposition
Mit einem Jahresumsatz von 35,7 Mrd. EUR und 142 Millionen beförderten Passagieren ist die Lufthansa-Gruppe die größte Fluggesellschaft Europas. Auch die Auslastung, in der Branche bezeichnet als Sitzladefaktor, ist mit über 80 Prozent mit am höchsten. Doch nicht nur als Personenbeförderer macht Lufthansa eine gute Figur. Mit der Tochter Lufthansa Cargo ist der Konzern auch ein in Europa führender Spezialist im Luftfrachtgeschäft.

Und wussten Sie, dass die Lufthansa-Gruppe auch die weltweite Nr. 1 im Wartungs- und Reparaturgeschäft ist?
Dieser Geschäftsbereich ist in der Tochtergesellschaft Lufthansa-Technik zusammengefasst. Und tatsächlich führt dieses Unternehmen seine Dienste nicht nur für die konzerneigenen Fluggesellschaften durch, sondern auch andere Airlines lassen ihre Flotte über Lufthansa-Technik warten.

Stabile Bilanz
Die Wartung der Flotte ist sehr kapitalintensiv. Das liegt in der Natur des Geschäfts. So betragen die Sachinvestitionen im Schnitt rund 60 Prozent des operativen Cashflows. Auch die Eigenkapitalquote ist mit 29 Prozent nicht gerade die höchste. Doch diese war in der Vergangenheit auch schon viel tiefer und Lufthansa hat in den letzten drei Jahren viel daran gesetzt, diese Quote wieder kontinuierlich zu erhöhen.
Insgesamt macht die Bilanz für einen Zykliker einen recht stabilen Eindruck. Das Verhältnis Nettoschulden zu Free Cashflow von derzeit 2,9 halte ich für vertretbar. Ein Abschreibungsrisiko auf den Buchwert besteht nicht. Der Goodwill liegt bei niedrigen 713 Mio. EUR. Dies sind weniger als 10 Prozent des Eigenkapitals.

Unsere ausführliche Königsanalyse hat die Lufthansa ordentlich bestanden. Und beim aktuellen Kurs von 23,43 Euro (Stand: 25. Februar 2019) ist die Aktie fair bewertet.

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