26. September 2018 13:00 Uhr

Von „sugar highs, fallen angels und German Ängsten“

Carsten Brömstrup - Leiter Anlagestrategie
Oldenburgische Landesbank AG


Den 10-jährigen Gedenktag an die Lehman – Pleite nutzten einige, um den Bären aus der Höhle des langjährigen Winterschlafs zu holen und vor einer neuen, noch größeren Krise zu warnen. Der weiter eskalierende „Auge um Auge, Zahn um Zahn“ Abnutzungs-Handelskonflikt (auf engl. tit-for-tat) zwischen den USA und China, die noch weiter ausufernde Verschuldung der bekannten Krisenstaaten Südeuropas und der USA bei gleichzeitig steigenden Zinsen, das nachlassende Wachstumsmomentum in China, geopolitische Krisenherde nebst korrespondierender Währungsturbulenzen der Schwellenländer, die europäische „Brexit-Sackgasse“ erweitert um  Italiens Verschwendungspolitik, Trumps Protektionismus usw., usw. wurden verschiedentlich zitiert. Und blicke ich auf das Jahr 2019, sehe ich für Euroland viel politisches Wirrwarr. Die Nachfolge Junckers und Draghis steht in der zweiten Jahreshälfte an, zudem der Brexit im März. Dazu Regierungskrisen in Italien und Deutschland? Auch Macrons Stern leuchtet längst nicht mehr hell. Bleibt da Zeit für eine gewissenhafte Wirtschafts- und Zukunftspolitik?

Die Liste ist lang und die „German Angst“ -das in die DNA der Deutschen künstlich eingepflanzte, also manipulierte Gen- wurde auf massivste Art und Weise befriedigt. Doch kein „Genkritiker“ schritt diesmal ein. Eine Gegendarstellung blieb mehr oder weniger aus, obwohl „die Wahrheit auf dem Platz liegt“ und da stehen neue Höchstwerte für Dow, S&P 500 und Co. Und auch der Nikkei in Japan läuft gerade einen Sprint nach vorne. Dennoch, zu groß ist die „Analyst Angst“, dass die Ansammlung der o. g. Probleme nun doch irgendwann auf die reale Wirtschaft und die Gewinne der Unternehmen durchschlägt.

Und schauen wir uns die Kursentwicklung von mittelgroßen deutschen Maschinenbauern und Autozulieferern an, so stehen da in den letzten 12 Monaten teils Kursverluste von 20 Prozent oder mehr auf der Uhr.

Und auch in den USA warnt die größte Investmentbank JP Morgan nun, dass die „sugar highs“ der Technologiewerte wohl erst einmal hinter uns liegen. Die „FAANG+“-Aktien (von Facebook bis Google) geraten ins Trudeln und konsolidieren, auch weil der Regulator einzuschreiten droht. Aber ich ergänze: Fallen nicht! Ja, die Tech-Werte sind derzeit relativ teuer und man zieht aktuell die substanzstärkeren Dow Jones-Werte vor, aber im Gegensatz zur Tech-Blase 2000/2001 machen die „Global Techs“ Gewinne und werden unsere weitere Zukunft und unseren Alltag über Jahre hinweg maßgeblich (mit)gestalten. Denn letzten Endes müssen wir als aktive und doch langfristige Investoren den Blick zeitlich weiter werfen als es uns Trump oder der Brexit vorgeben.
 

(Zurückliegende Wert-, Preis- oder Kursentwicklungen können für die zukünftige Entwicklung nicht gewährleistet werden. Angaben zur bisherigen Wertentwicklung erlauben keine verlässliche Prognose für die Zukunft.)

Und da sehe ich die Weiterentwicklung der digitalen, disruptiven Prozesse wie z. B. Künstliche Intelligenz (KI), 5G, mobiles Bezahlen und autonomes Fahren oder auch Chinas Vision der „Neuen Seidenstraße“. Auch ich habe Respekt (nicht Angst) vor diesen Entwicklungen und das in zwei Jahren eine hübsche, junge Roboterin namens „Alexa Pepper“ diese Worte künstlich und intelligent zu Papier, oder besser gesagt, zu Computer bringt. Vorerst rate ich aber: Nehmt im Aktienbereich einige Gewinne in US-Tech-Werten mit (aber nicht alles!).  Stattdessen sollten wir die ausgebombten „fallen dividend angels“ des  deutschen Mittelstands und breitanlegende Fonds für die Emerging Markets (Bonds wie Aktien) zum Rückkauf in Erwägung ziehen. Euro-Anleihen bieten wenig bis gar keinen Zins und ausgehend von den USA Zinserhöhungsrisiken. Kosten und Inflation kämen hinzu. Ergo müssten auch aus diesem Grunde globale Dividendenwerte in vorderer Reihe bei der Performancesuche bleiben.

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