21. Februar 2018 13:00 Uhr

Keine schnelle Zinswende im Euroraum

Dr. Marco Bargel - Chefvolkswirt
Postbank AG


Wegen starker Konjunkturdaten und Äußerungen einiger EZB-Ratsmitglieder wird an den Märkten  eine schnelle Zinswende im Euroraum erwartet. Dies hat zu heftigem Gegenwind und starken Kurseinbrüchen an den Aktienmärkten geführt. Die Markterwartungen dürften sich  aber als übertrieben herausstellen. Das Zins- und Konjunkturumfeld bleibt für Aktien auf absehbare Zeit noch sehr günstig, so dass keine nachhaltigen Kurseinbrüche zu erwarten sind.

An den Märkten kam es um den Jahreswechsel herum zu einigen markanten Entwicklungen. So verzeichneten Anleihen einen deutlichen Renditeanstieg. 10-jährige Bundesanleihen rentierten in der Spitze über 0,77 Prozent und damit auf dem höchsten Stand seit Mitte 2015. Gleichzeitig wertete der Euro gegenüber dem US-Dollar in Richtung 1,25 USD auf. Auslöser dieser Marktbewegungen waren einmal mehr starke Konjunkturdaten aus der Eurozone sowie Äußerungen einiger EZB-Ratsmitglieder, die einen baldigen Ausstieg der Notenbank aus der ultraexpansiven Geldpolitik favorisieren. Die Verabschiedung der US-Steuerreform kurz vor Weihnachten sorgte dann noch für weitere Wachstumsfantasie und höhere Inflationserwartungen. Die US-Notenbank könnte die Leitzinsen dementsprechend etwas stärker erhöhen als bisher erwartet. Den Aktienmärkten schmeckte der veränderte Zinsausblick offensichtlich nicht. Die Aussicht auf eine weniger üppige Liquiditätsversorgung durch die Notenbanken ließ die Kurse purzeln und die Volatilität in die Höhe schießen.
 
Auf ein baldiges Ende der ultraexpansiven Geldpolitik im Euroraum zu setzen, könnte sich allerdings als verfrüht erweisen. Der EZB-Präsident hat nach der jüngsten Ratssitzung klargestellt, dass er eine Leitzinserhöhung in diesem Jahr für sehr unwahrscheinlich hält. Anleger und Finanzsektor werden auf eine Anhebung der negativen Einlagenzinsen wohl noch bis weit in das kommende Jahr hinein warten müssen. Auch wird die EZB nach 2018 noch mit erheblichen Beträgen am Anleihemarkt intervenieren und somit einen allzu starken Renditeanstieg verhindern. Der Anreiz, in risikobehaftete Anlageformen zu investieren, die eine höhere Rendite versprechen, wird noch eine Weile anhalten. Hiervon sollte auch der Aktienmarkt profitieren. Ohnehin bleibt das fundamentale Umfeld für Aktien angesichts eines soliden und dynamischen Konjunkturaufschwungs und sprudelnder Unternehmensgewinne günstig. Es ist daher unwahrscheinlich, dass die jüngsten Kursturbulenzen den Beginn eines Bärenmarktes darstellen.

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