24. Januar 2018 13:00 Uhr

Bitcoin-Wahnsinn: Gefahr für Aktien?

Joachim Brandmaier - Börsenpraktiker 
Stuttgarter Aktienbrief „Börse Aktuell“


Wir schreiben das Jahr 2018. In den letzten Wochen habe ich mich allerdings öfter gefühlt, als wäre ich mit einer Zeitmaschine ins Jahr 2000 zurückgereist. Schuld daran ist der Bitcoin-Wahn: Die Spekulationswut rund um die Kryptowährung erinnert mich an die Zockerzeiten des Neuen Marktes, als Aktien durch die Decke schossen, nur weil im Namen der Firma ein „Internet“ oder „.com“ vorkam.

Ganz ähnlich dreht die Meute in der letzten Zeit beim Bitcoin durch. Die Investoren stürzen sich voller Gier sowohl auf die virtuelle Währung als auch auf Aktien, die im Bitcoin-Universum angesiedelt sind. Die Stimmungslage wechselte zuletzt fast täglich. Mal herrscht Euphorie, mal Heulen und Zähneklappern. Kürzlich sprang sogar die Aktie eines Getränkeherstellers um mehrere Hundert Prozent nach oben, nur weil dieser seinen Namen in „Blockchain“ ändern will – die Technik hinter dem Bitcoin. Und selbst die Aktie des totgeglaubten Foto-Pioniers Kodak hat sich zuletzt schlagartig verdreifacht, weil das Unternehmen angeblich eine eigene Kryptowährung plant.

Verrückte Zeiten. Aber muss es deshalb 2018 genau wie nach der Jahrtausendwende am Aktienmarkt krachen? Keinesfalls. Blickt man über den Bitcoin und seine Brüder hinaus, präsentiert sich die Börse viel vernünftiger. Sicher, auch solide Aktien sind nach fast neun Jahren Hausse nicht mehr spottbillig. Sie sind allerdings – trotz großteils gestiegener Kurse – billiger als noch vor einem Jahr! Wie das geht? Möglich machen es die sprudelnden Unternehmensgewinne, die bei den großen Konzernen 2017 stärker gestiegen sind als die Kurse. Gemessen am Kurs-Gewinn-Verhältnis waren gute Aktien Anfang Januar deshalb günstiger als vor Jahresfrist!

Mir gefällt das gleich aus zwei Gründen: erstens, weil ich weniger für Qualitätstitel bezahlen muss. Und zweitens, weil es den Unterschied zwischen Aktien und Bitcoins klarmacht. Während hinter Aktien ein echter Wert steckt, der bei erfolgreichen Geschäften über die Jahre steigen kann, sind Bitcoins letztlich nur digitaler Schall und Rauch. Wenn bei denen der Preis steigt, dann nicht, weil sie mehr wert sind, sondern einzig und allein deshalb, weil man hofft, einen Dümmeren zu finden, der für den Kauf noch mehr auf den Tisch legt. Dann doch lieber eine Beteiligung an soliden Unternehmen!

Eine Garantie dafür, dass uns in den nächsten zwölf Monaten an der Börse schöne Kursgewinne winken, ist das alles natürlich nicht. Doch wer im letzten Jahr positiv für Aktien gestimmt war, der hat auch jetzt allen Grund, entspannt nach vorn zu blicken. Jedenfalls dann, wenn er um Bitcoin und Co. einen Bogen macht – und stattdessen auf Qualitätswerte setzt.

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