10. Januar 2018 13:00 Uhr

Nach dem Börsen-Dinner noch die Steuerreform zum Dessert

Michael Timm - Vorstandsvorsitzender
TAM AG

 
Das Börsenjahr 2017 lebte von der großen Phantasie der „besten und größten“ Steuerentlastung, die es jemals in den USA geben solle. So wurde sie durch Präsident Donald Trump schon Ende 2016 angekündigt, um dann wirklich Ende 2017 noch beschlossen zu werden. Richtig sicher waren sich ja nicht mehr viele Investoren, ob sie nach den zahlreichen anderen Schnellschüssen wirklich zustande kommen würde. Die Erwartung allein genügte aber, um dem abgelaufenen Aktienjahr eine beachtliche Stabilität zu verleihen. Denn nichts befeuert die Börsen mehr, als die sichere Hoffnung auf steigende Erträge. Nun ist sie aber in trockenen Tüchern – und was folgt?
 
Ob wirklich alle, wie veröffentlicht, von den steuerlichen Maßnahmen profitieren werden, sei dahingestellt. Auf jeden Fall sinkt die Steueranforderung signifikant. Dabei ist die Absenkung von 35 auf 21 Prozent Unternehmenssteuern optisch sehr ansprechend. Im Detail wird sich das nicht für jedes Unternehmen und für jede Branche identisch darstellen. Neue Abschreibungen bzw. gekürzte Möglichkeiten der Steueroptimierung zeigen ein zersplittertes Bild. Schlussendlich werden aber viele Unternehmen von den Steuermaßnahmen etwas haben. Selbst deutsche Firmen, wie z.B. BMW oder Daimler, die ja auch in den USA produzieren, werden ein Stück vom Steuerkuchen abbekommen.
 
Über die Wirkung der Entlastung für den klassischen Mittelstand in den USA wird dagegen noch gestritten. Könnte er am Ende sogar der Verlierer sein, da so manche Steuervergünstigung zukünftig wegfällt und die Steuerlast sich dadurch sogar erhöht? Dies darf bei einer Wirtschaftsleistung, die zu rd. 70 Prozent am Konsum hängt, nicht unterschätzt werden.
 
Erstmal stehen die Börsenampeln auf Grün. Die weitere Entwicklung sollte und muss aufmerksam verfolgt werden, da einige Unternehmensbewertungen recht ambitioniert erscheinen. Zudem müssen die mehr als erfreulichen Wirtschaftsindikatoren beobachtet werden. Im Moment kennen sie fast nur einen Weg – und der zeigt nach oben. Auch darauf stützt sich die momentane Aufwärtsbewegung.
 
Erfreulicherweise haben die Notenbanken es verstanden, trotz Zinserhöhungen in den USA, ihre Politik der kleinen und vorsichtigen Anpassungen fortzusetzen. Somit flankieren sie weiterhin den wirtschaftlichen Aufschwung, ohne ihn zu sehr zu überhitzen oder (das Gegenteil) - diesen sogar abzuwürgen. So lange sie keinen allzu großen Inflationsdruck entdecken, können und werden sie diese Politik auch weiterhin verfolgen.
 
Die Bühne der europäischen Politik wird im kommenden Frühjahr spannend bleiben. Stehen doch einerseits die Wahlen in Italien an und hat andererseits Deutschland auch nach mehr als 90 Tagen noch keine handlungsfähige Regierung, was zunehmend kritisch kommentiert wird. Und die Auseinandersetzung in Spanien um die Entwicklung Kataloniens ist bisher auf keinem konstruktiven Weg.
 
Wir sehen grundsätzlich gute Voraussetzungen für eine erfolgreiche Fortsetzung des abgelaufenen Börsenjahres, sind uns aber der offenen Risiken durchaus bewusst. Wie z.B. der robusten Entwicklung des Euros gegenüber dem US-Dollar, welche der US-Konjunktur gut tut. Dagegen ist dieser Trend für europäische Unternehmen eine klare Belastung und schmälert die Performance der Anleger in US-Dollar-Investitionen.

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