22. November 2017 13:00 Uhr

Zwischen Nullzins und Hochrisiko: Was taugt noch die Aktie?

Prof. Dr. Max Otte
IFVE Institut für Vermögensentwicklung GmbH


Wir Deutschen sind Sparweltmeister. Auf 5,7 Billionen Euro taxierte die DZ Bank unser Geldvermögen für das Jahr 2016. Das Bruttoinlandsprodukt der Bundesrepublik betrug im gleichen Jahr gerarde einmal die Hälfte dessen. Unsere Sparquote erreicht mit 9,8 Prozent den Spitzenplatz im Euroraum. Aber wir wissen nichts mit unserem Geld anzufangen. 70 Prozent des Geldvermögens schlummern in unrentablen Anlagevehikeln. Auf der anderen Seite wächst ein Berg aus Junk Bonds und anderen Risikoinvestments. Wie können wir Anleger diese Lücke schließen?

Das Problem: Das Rendite-Risiko-Verhältnis vieler Anlageformen ist einfach mau.

Vor wenige Tagen veröffentlichte der Internationale Währungsfonds (IWF) seinen aktuellen Stabilitätsbericht. Darin stellt er fest, dass sich „die Verwundbarkeit mit zunehmender Renditeorientierung in den Nichtbankensektor verschiebt und die Marktrisiken steigen“.

Im Klartext: Der Appetit auf riskante Kapitalanlagen steigt. Die Bereitschaft, für solche Kapitalanlagen nur sehr geringe Renditen in Kauf zu nehmen, wächst. Junk Bonds, also Anleihen von riskanten Schuldnern, liefern zum Teil nur noch eine Rendite von 2, 3 oder 4 Prozent. Zu wenig.

Es gab Zeiten, da hätte niemand Junk Bonds unter einer Rendite von 12 oder 14 Prozent angefasst. Nur noch 5 Prozent aller in der Welt platzierten festverzinslichen Anleihen mit Investment Grade  haben noch einen Ertrag von über 4 Prozent.

Auch auf dem Aktienmarkt müssen wir mittlerweile ganz genau hinschauen. Während das anziehende Wirtschaftswachstum zu höheren Unternehmensgewinnen führte, unterstützte die lockere Geldpolitik der Zentralbanken weltweit auch die anziehenden Aktienbewertungen. In der Folge erreichten alle wichtige Indizes neue historische Höchststände.

Das Shiller-KGV (ein KGV mit dem Durchschnitt der inflationsbereinigten Gewinne der letzten 10 Jahre) liegt für den S&P 500 bei aktuell 31,55. Das ist sehr hoch!

Ein weiterer Indikator für das steigende Risiko auf den Märkten: Börsengänge sind wieder „heiߓ. Hello Fresh, Aumann, Jost-Werke, Varta und Vapiano – so heißen die größten Emissionen 2017. Es gab viele Jahre, da lief gar nichts. 2017 wird zwar nicht das Wahnsinnsjahr 2000 übertreffen können, aber das bislang zweitbeste IPO-Jahr 1999 vielleicht. Auch großen Unternehmen wie Knorr-Bremse und Siemens Healthineers erwägen den Sprung aufs Parkett.

Solche Neuemissionen sind zunächst keine normalen Aktien, sondern Risikoinvestments. Und Risikoinvestments sind teuer. Die „Märkte“ greifen nach jedem Strohhalm. Bitcoins explodieren. Die Renditen „sicherer“ Anlagen wie Immobilien und Anleihen tendieren gegen Null.
Wie können wir in diesen turbulenten Zeiten noch sinnvoll anlegen?

Letzten Endes bleiben da vor allem Qualitätsaktien. Trotz des steigenden Fiebers finden wir immer noch unterbewertete Aktien von starken Unternehmen. Der Markt hat eben nicht immer recht. Ob Angst oder Euphorie: Anleger sind auch nur Menschen und agieren oft irrational.

Das können wir Value-Investoren ausnutzen. Der IWF schreibt in seinem Stabilitätsbericht auch: „Während die Bewertungen einzelner Aktienmärkte schon etwas erhöht sind, scheinen Aktien als Anlageklasse im Vergleich zu sogenannten ‚sicheren Investments‘ nicht überbewertet zu sein.“

Danke für diese Bestätigung!

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