13. November 2017 10:49 Uhr

Laufen die USA Europa hinterher?

Dr. Martin Moryson - Chefvolkswirt
Sal. Oppenheim jr. & Cie. AG & Co. KGaA


„Wo ist eigentlich vorne?“, möchte man derzeit fragen. Hieß es in der Vergangenheit doch immer, die USA liefen Europa voraus, so fällt derzeit das Wachstum in Europa stärker aus als in den USA. Wir gehen davon aus, dass nach 2016 auch 2017 und 2018 die europäische Wirtschaft stärker wachsen wird als die US-amerikanische. Verkehrte Welt?

Nein, gar nicht: Es ist eben tatsächlich so, dass die USA im konjunkturellen Zyklus deutlich weiter fortgeschritten sind als die Eurozone. Nach dem tiefen Einbruch in Folge der globalen Finanzkrise hat sich die Nachfrage in den USA viel schneller erholt als in Europa, das 2012 zudem noch von der Eurokrise heimgesucht wurde. In den USA schloss die anziehende Nachfrage kontinuierlich die riesige Output-Lücke, das heißt die Differenz, die sich aufgetan hatte zwischen dem, was produziert wird und dem, was produziert werden könnte. Am Anfang eines konjunkturellen Aufschwungs steht meist die Nachfrageseite im Vordergrund. Wenn die Nachfrage richtig läuft und die Produktion an ihre Grenzen stößt, kommt die Angebotsseite ins Spiel. Dabei spielen drei Faktoren eine zentrale Rolle: Wie schnell wächst die Bevölkerung (im erwerbsfähigen Alter), wie viele von denen arbeiten und wie produktiv sind sie? Und da sieht es für die USA nicht so toll aus: Die Bevölkerung wächst deutlich langsamer als früher, demografiebedingt bleibt die Partizipationsrate hinter ihren historischen Werten zurück und das Produktivitätswachstum schwächelt in den USA bereits seit Jahren. Daher wird das Wachstum in den kommenden Jahren kaum über 2% hinausgehen und sich eher bei 1,75% einpendeln.

Und in Europa? Hier sind wir einfach noch nicht so weit. Die Nachfrage läuft, Konsum und Exporte tragen weiter, die Kapazitäten sind noch unterausgelastet, eine Knappheit am Arbeitsmarkt zeichnet sich bestenfalls erst in Deutschland ab. Es sind in Europa noch keine Überhitzungserscheinungen auszumachen. Daher kann bei uns der Aufschwung noch eine Weile so weiterlaufen. Die europäischen Wachstumsraten werden also auch auf Sicht höher bleiben als die US-amerikanischen.

Kontakt

Ansprechpartner

Janine Achilles

Newsletter
Tel: 0511 / 32 76 61
newsletter@boersenag.de
Nutzen Sie für Ihre Suche die aktivierbaren Filtermodule. Sie haben auch ohne die Eingabe eines Suchwortes/ISIN/WKN die Möglichkeit, die Ergebnisse mit Hilfe der anderen Filtermodule einzugrenzen. Die Ergebnisliste aktualisiert sich automatisch 3 Sekunden nach der letzten Änderung oder durch Klick auf den "Suche starten" Button.

Suchwort/ISIN/WKN

Wertpapiergruppe

Fondsart

Art

Branche

Emissionswährung

Land

Indexzugehörigkeit

KVG

Anleihenemittent

Ausgabeaufschlag

0% +20%

Zinssatz

0% +20%

Rendite

0% +20%

Vortagesdifferenz

-20% +20%

Volatilität 1 Jahr

-20% +20%

Volatilität 3 Jahre

-20% +20%

Volatilität 5 Jahre

-20% +20%

Performance 1 Jahr

-20% +20%

Performance 3 Jahre

-20% +20%

Performance 5 Jahre

-20% +20%